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Predigttext

Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.
17-12-07 09:11
Alter: 3 yrs


VON: TH.ENZNER



Offenbarung 3, 1-6; Sendschreiben an Sardes; 3. Advent


1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne:

Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.

2 Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.

3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.

4 Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert.

5 Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (Luthertext)

……

1 «Schreibe an den Leiter der Gemeinde in Sardes: Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes dienen und der die sieben Sterne in seiner Hand hält.

Ich weiß alles, was du tust. Man sagt von euch, dass ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot.

2 Wache auf und stärke die wenigen, deren Glaube noch lebendig ist, bevor auch ihr Glaube stirbt. Denn so, wie du bisher gelebt hast, kannst du vor Gott nicht bestehen.

3 Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Wort gehört und aufgenommen hast? Besinne dich wieder darauf, kehre um und ändere dich von Grund auf. Wenn du nicht wach wirst, werde ich plötzlich da sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen, wann ich komme.

4 Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen; denn sie sind es wert.

5 Wer durchhält und das Böse besiegt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.

6 Hört genau hin, und achtet darauf, was Gottes Geist den Gemeinden sagt!» (Hoffnung für alle)

………….

Predigtgedanken:

1. Die Diagnose: ‚Lebendig bist du schon tot!’ (V.1-2)

2. Der Weckruf: ‚Wach auf, besinne dich auf den Anfang, kehre um in die Zukunft!’ (V.3)

3. Die Hoffnung: ‚Ich will überwinden und mich schon freuen!’ (V.5)

………….

 

Liebe Gemeinde,

 

es geht ums Vorbereiten.

Vorweihnachtszeit ist Vorbereitungszeit: schon alle Plätzchen gebacken? Schon die Geschenke ausgedacht, gekauft, Briefe geschrieben? Es wird langsam Zeit…

Wenn die Bibel vom Vorbereiten redet, dann meint sie unser Herz, das inwendige Leben.

Ist das vorbereitet? Würde Gott sich freuen?

Ist unsre Beziehung zu ihm frisch, stark, lebendig?

 

Was halten Sie von folgender Geschichte:

Es war eine wunderbare Hochzeitsfeier. Ein strahlendes Brautpaar, fröhliche Gäste, erlesene Speisen und Getränke, wertvolle Geschenke, ein herrliches Fest.

Eine unvergessliche Hochzeitsreise schloss sich an. Auf der Rückfahrt wird die junge Frau plötzlich ernst und erklärt ihrem Mann: „Ich danke dir für alles, für deine Liebe, dafür, dass ich zu dir gehören und mit dir verbunden sein kann. Aber nun möchte ich doch lieber in meine alte Wohnung, in meinen alten Beruf, zu meinen alten Freunden. Ich möchte schon deine Frau sein, aber doch lieber für mich leben!

Ich komme einmal in der Woche zu dir. Wenn ich dich brauche, rufe ich dich an. Aber sonst möchte ich allein klarkommen.

Wenn ich krank bin oder Geld brauche, in Schwierigkeiten stecke oder nicht weiter weiß, melde ich mich sofort bei dir. Ich bin ja so froh, dass ich einen guten Mann habe.

Aber ich möchte meinen Lebensalltag doch gern allein bestimmen. Wenn ich später einmal sterbe, möchte ich natürlich ganz in dein Haus kommen. Aber ich hoffe, dass das noch sehr lange dauert!“

 

Soweit die Geschichte. Jeder empfindet: so geht’s ja wirklich nicht.

Das ist keine Ehe. Die beiden werden nicht glücklich miteinander.

 

Aber viele Christen leben ihre Beziehung zu Gott so.

Ein wunderbarer Anfang war gemacht – aber das Alltagsleben haben sie dann doch wieder selbst in die Hand genommen.

- In Not und Schwierigkeiten rufen sie gelegentlich zu Jesus. Aber sonst gehen sie ihren alten Gewohnheiten nach.

- Die Ewigkeit wollen sie auch am Ende bei Gott verbringen, aber im jetzigen Leben wollen sie allein zurechtkommen.

-Sie wurden zB getauft auf den Herrn Jesus, aber Weihnachten ist ihnen ein Märchen.

-Sie haben Gott reden gehört, aber jetzt ziehen sie das in Zweifel.

-Sie haben einmal ‚Ja’ gesagt, aber jetzt leben sie ein ‚Nein’.

 

„Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot!“ (V.1)

 

Etwas übertragen und auf unsere Vornamen mal bezogen, könnte das bedeuten:

- Du heißt wohl Gottlieb, du hast aber Gott nicht lieb!

- Du heißt Katharina, Kathrin (griech: die Reine), bist aber nicht rein, sondern gemein.

- Du heißt Matthias (hebr. Geschenk Gottes), du glaubst es aber nicht.

 

(..Man sagt von euch, dass ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot.) Das ist ein heftiges Urteil!

 

Wer sagt das?

 

V.1 Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes dienen und der die sieben Sterne in seiner Hand hält.’

Die Offenbarung (Apokalypse) spricht in Bildern, Symbolen. Es ist fürs erste Lesen ein Buch ‚mit siegen Siegeln’ (übrigens eine Wendung, die auch aus diesem Buch kommt).

Gemeint ist hier der Auferstandene, der erhöhte Christus – der die sieben Sterne, die sieben Gemeinden, in seiner Hand hat. Er spricht zum Propheten Johannes, der auf der Insel Patmos (der Türkei vorgelagert) diese Botschaften Ende des 1. Jahrhundert empfängt.

 

 

 

Ich kenne deine Werke.

Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot!

 

Wem wir das gesagt?

Das wird einer Gemeinde in Kleinasien, Sardes genannt, gesagt.

 

Sardes (ca.80 km östlich von Izmir) ist eine von den 7 Empfängergemeinden von diesen sog. 7 Sendschreiben der Offenbarung. Andere Gemeinden heißen z.B. Ephesus, Smyrna (Izmir), Pergamon, Thyatira, Philadelphia, Laodizea... (alle in der heutigen Türkei)

 

Jede dieser Gemeinden wird ermahnt, ermutigt, angefeuert – denn es ist für Christen eine gefährliche Zeit, andre Religionen, Kulte greifen um sich. Sie sind bedroht, teilweise verfolgt. Das Offenbarungsbuch ist zwar aufrüttelnd, aber insgesamt tröstlich – besonders für die bedrängten Christen.

 

Die Offenbarung ist voller Bild-Sprache: Der Engel der Gemeinde, das ist der Zuständige, der Verantwortliche Gemeindeleiter für Sardes.

Dieser Gemeinde gilt also: du bist wie tot!

Du tust so lebendig, aber du bist innerlicht tot!

 

Sardes war eine reiche, quirlige Handelsstadt, Hauptstadt von Lydien – als dort Christen waren. Dort wurde auch mit Gold und Stoffen gehandelt. Dort war ein Artemis-Tempel. Das heutige archäologische Trümmerfeld lässt den Reichtum und die Größe dieser Stadt erahnen.

 

Du hast den Namen, dass du lebst, aber du bist tot!

Du tust so ‚verheiratet’ mit Gott – aber deine Beziehung zu ihm ist leer, hohl, keine wirkliche Zuneigung mehr drin – wie in dem eben genannten Beispiel des jungen Ehepaares.

 

Nun möchten wir nicht nur historisch die Sache bedenken. Ich glaube, diese Sendschreiben sind auch allgemeine Schreiben an die Gemeinden – zum Trost, zur Ermutigung, zur Korrektur.

 

Können wir Korrektur annehmen?

Wir werden für uns schnell sagen: ja, sicher. Warum nicht?

Ich kann am schwersten Korrektur annehmen von dem nächsten Menschen, den ich habe, von meiner Frau. Eigenartig.

Sie kennt mich am allerbesten und doch habe ich Mühe, ihre Korrektur anzunehmen. Und wenn sie was sagt, habe ich schnell das Gefühl, sie will mich klein machen. Ich bin schnell in Verteidigungsposition und sage: „Ja, aber … „ und dann kommen die Einwände, die zeigen, dass ich erst mal gar nicht hören will..

 

Gott kennt uns noch mehr als der beste Freund oder der Ehepartner.

Muss ich mich davor fürchten? Können wir seine Worte hören..?

Ich kenne deine Werke! Gott sieht ins Innerste! Und darum muss er korrigieren.

Innen drin ist es nicht echt! Du hast den Namen, dass du lebst, aber du bist tot!

 

„Ja, aber…“ könnten wir sagen und auf vielfältige Angebote in der Gemeinde hinweisen…

 

Unsre Gemeinde wird von manchen ‚Jesus-lebt-Gemeinde’ genannt!

Die Lebendigkeit steckt sozusagen schon im Namen.

Und manche schauen bewundernd hierher: ja, diese Gemeinde ist lebendig!

Sie meinen aktiv, engagiert, viele Leute im Gottesdienst!

 

V.1a: Man sagt von euch, dass ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot.

 

Was würde Gott zu uns sagen:

Du rühmst dich lebendig – aber bist du lebendig?

Wo Evangelium draufsteht oder verkündet wird, da muss doch auch Evangelium drin sein!

 

Jetzt melden sich gerne die Kritiker zu Wort und hauen in diese Kerbe, dass vieles noch besser und schöner und größer werden könnte: Ja, wusste ichs doch: es geht weiter alles bergab …

 

Aber es geht nicht um den allgemeinen Zustand, es geht um jeden selbst.

- Ist der Glaube nur noch ein bloßes Routineerlebnis oder Traditionserlebnis?

- Lebe ich in der Erwartung, dass Gott redet – auch zu mir?

- Ist das Bibelwort noch ein Machtwort, Trostwort oder abgestandenes Wort?

 

Gott legt seinen Finger auf die Wunde! Du bist oft wie tot!

Dabei bleibt es aber keineswegs. Er will damit ja aufrütteln.

Er will lebendig machen. Dahinter steckt Gottes sorgende Liebe, seine Seelsorge.

Wie der Arzt, der eine herbe Diagnose stellt, aber doch nur, um weiterzuhelfen.

 

Wie kommt also die Gemeinde – und auch wir – wieder zu mehr Lebendigkeit?

 

2. Der Weckruf

 

3 Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Wort gehört und aufgenommen hast?

Besinne dich wieder darauf, kehre um und ändere dich von Grund auf.

 

Trägheit des Glaubens beruht oft auf Vergesslichkeit.

Hast du denn vergessen, was dir Gott Gutes getan hat?

Viele von denen, die hier sind, - haben Gott erlebt, intensiv, überraschend, anders als gedacht, befreiend, erschreckend – in jedem Fall beglückend. Ob im Gottesdienst, in der Seelsorge, im pers. Gebet oder Bibellesen, ob in Begegnung in Gemeinschaft, ob still oder heftig..

 

Gott reden zu hören macht stark.

Für viele ist das der Anfang des Glaubens, - diese sogenannte ‚erste Liebe zu Gott’ (2,4 - Einer anderen Gemeinde, den Christen von Ephesus, wird genau dieses vorgeworfen: sie hätten diese erste Liebe zu Gott verloren.)

 

Gehen sie doch mal zurück in Gedanken dahin, wo sie Gott beglückt und im Herzen erreicht hat!

Ist es nicht wert, dabei zu bleiben?

Ist es nicht gut, diese Lebendigkeit wieder zu suchen?

Ist es nicht schön, in den ‚Bräutigam Jesus etwas verliebt’ zu sein?

 

In Psalm 103 heißt es: Lobe den Herrn, mein Seele .. und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!! Der eigenen Seele wird zugeredet, sie soll doch bitteschön alles Gute von Gott nicht so schnell vergessen.

Wir dürfen ja in vielen Dingen vergesslich sein, aber nicht das Gute, das uns Gott gegeben hat.

 

Wenn es nun heißt..

- Tue Buße, dann heißt es nichts anderes als um-kehren: das Falsche lassen und den guten Weg einschlagen.

- ‚Umkehren’ heißt nicht zurück-kehren, die Zeit zurückdrehen, Rück-schritt, in die Vergangenheit zurückgehen, sondern umkehren hier weist in die Zukunft.

- Umkehren meint nicht größere oder vermehrte und angestrengtere fromme Leistung,

sondern eine andere Herzenshaltung.

Und diese Buße macht wieder lebendig. Es kommt wieder Leben ins Leben rein.

Dann wird das scheinbar Tote zum Leben erweckt. Das Leben hat wieder Zukunft.

 

Und weiter heißt es in V.2: Stärke die anderen, die auch sterben wollen.

Der Weckruf soll weitergegeben werden.

Glaube bleibt lebendig, wenn er weitergegeben wird.

 

Johannes der Täufer war ein Vorbereiter der Buße.

Den Menschen redete er ins Gewissen, sie ließen es sich sagen, sie änderten ihr Leben, das Böse ließen sie durchs Wasser abwaschen. Sie waren bereit zu neuem Hören, zu neuem Gehorsam, zu neuem Eifer.

Jesus hat ihn als Propheten und Gottes Boten bezeichnet – sein Wegbereiter.

Durch diesen Weckruf wurden viele Menschen bereit und konnten dann die anschließende Verkündigung von Jesus verstehen.

 

 

3. Die Hoffnung

 

Der Brief an die Gemeinde ist nicht nur schockierende Diagnose, oder leidenschaftlicher Weckruf, sondern auch Versprechen und Hoffnung.

 

5 Wer durchhält und das Böse besiegt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.

 

Durchhalten und überwinden!

Das Leben ist ein Marathonlauf.

Es kommt nicht nur auf einzelne große Events an, sondern auf die Dauer, das Durchhalten, die Zähigkeit, die Geduld.

 

Wie kann man durchhalten?

- durch dankbares Festhalten, was von Gott geschenkt worden ist.

- durch das Nach-Vorne-Schauen – hin zum Ziel am Horizont.

 

Wenn das Leben ein Marathonlauf ist, dann ist der Gedanke an das Ziel auch mobilisierend.

Wichtig ist, was vor Augen ist – die Freude auf das Ziel, die Vollendung, die Herrlichkeit, die weißen Kleider.

Zeichen von Reinheit, Aufrichtigkeit…

Wer weiße Kleider anhat, der bekommt einmal gesagt:

Gut gemacht, du hast den Lebenslauf gemeistert, du bist meine Freude, hier ist die Krone des Lebens, – hier, komm in meine Gemeinschaft!

 

Erlebnisse von Don Piper: 90 Minuten im Himmel – Erfahrungen zwischen Leben und Tod! (GerthMedien) Er hatte einen sehr schweren Unfall, und lag tot in seinem Autowrack. Er kam – ganz gegen medizinischen Verstand, durch ein Wunder – wieder ins Leben und beschreibt die Erlebnisse jenseits unserer Zeit. Er sieht strahlend weißes Licht. Er erlebt tiefe, unaussprechliche Freude, ein Hingezogensein in die Nähe Gottes. Der Ort war ein Ort ohne Trauer, es ist alles stimmig und im Einklang im Himmel. …. ( Zitat s.29: Ich war zwar nicht geblendet…. )

….

Sein künftiges Leben – er musste über 30 Operationen über sich ergehen lassen - war immer wieder geprägt von diesem starken Impuls der erlebten Ewigkeit.

 

Zurück zu Sardes…

Die Gemeinde hatte stark zu kämpfen..

Offensichtlich hat sie überwunden, ist doch nicht ganz abgestorben, sie ist nochmal lebendig geworden...

Eine Generation später lebte dort ein berühmter Bischof, Melitas von Sardes, einer – wie es hieß – ‚der großen Lichter der Kirche von Asien’ (gest. 190)

 

Nun wünsche ich uns, dass wir Überwinder werden und das Reden Gottes zu uns nicht vergessen und mit gespannter Erwartung auf das letzte Ziel schauen:

 

- Der die 7 Sterne (Gemeinden) in der Hand hat, der hat auch mich in der Hand.

 

- Der, der mir ins Gewissen spricht, der zeigt mir auch eine starke Hoffnung und Vision der künftigen Herrlichkeit.

 

- Der mich aufrüttelt und aufweckt, der will mich auch wieder lebendig machen durch seinen guten heiligen Geist.

Amen.

 








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