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Predigttext

Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit..
11-11-07 13:58
Alter: 3 yrs


VON: TH.ENZNER



1.Korinther 12,26; Hebräer 13,3; Johannes 15,18f

weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen


Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit,

und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen! 1.Kor.12,26

…………

Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, denn es kann euch jederzeit genauso ergehen. - Hebräer 13,3

…………

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wärt ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen. - Johannes15,18f

………..

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Matth. 5, 10-12

………

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen. Matth. 5, 43f

……..

Jesus sagte: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Matth.10,32f

……..

„Jedermann hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Unterricht, Ausübung, Gottesdienst und Beobachtung religiöser Bräuche zu bekunden.“

Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948)/

………………………

Predigtgedanken:

Sind wir informiert? / Sind wir mutig? / Stehen wir für Verfolgte ein?

…………………….

 

 

Liebe Gemeinde,

 

der Apostel Paulus – selber oft geschmäht, bedrängt, gefangen (Lesung 2.Kor.4,6-11) – weiß, was er sagt, wenn er den Christen in Korinth schreibt: Leidet ein Körperteil, so leiden alle anderen mit!

 

Der Apostel Paulus kennt das – viele Peitschenhiebe erlebte er auf sein Fußsohlen – sie treffen den ganzen Organismus.

 

Den leiblichen Körper kann man nicht zerteilen. Es ist ein Organismus.

Wenn einer leidet, dann leiden alle Körperteile mit.

 

-Wenn ich Zahnschmerzen habe, leidet auch mein ganzer Körper.

-Wenn Sie am kleinen Zeh Hühneraugen haben, dann wird der Fuß oder mehr in Mitleidenschaft gezogen.

- Sind die Bandscheiben nicht in Ordnung, humpelt der ganze Mensch.

- Wenn Sie die Hand verstaucht haben, dann spüren sie das bei jeder Handbewegung.

 

Die Körperteile sind miteinander verbunden, voneinander abhängig.

 

Ist man hundertprozentig fit, dann ist man nur zu beglückwünschen.

Das sind Kinder und Jugendliche, die noch unbekümmert in den Tag leben und sich wundern, dass andere so über Krankheiten reden.

 

Aber spätestens ab 30 Jahren hat man so seine körperlichen Wehwehchen.

 

 

Gut, dass die einzelnen Körperteile signalisieren, wenn sie leiden.

Wir können ihnen helfen und müssen helfen, denn der Körper ist ein gemeinsamer Organismus – und andere Körperteile leiden mit.

 

 

Wenn einer leidet, dann leiden alle mit.

Wird einer geehrt, freuen sich die anderen mit.

 

Dieses Bild verwendet Paulus und meint das Miteinander innerhalb der christlichen Gemeinschaft am Ort, aber auch die weltweite Gemeinschaft.

 

Einigen Gemeinden ging’s gut: von ihnen ging Frieden, Lebendigkeit, Vitalität, Energie aus.

Gleichzeitig aber litten andere Gemeinden unter Bedrückung oder Verfolgung: die Gemeindeleiter wurden eingesperrt, verhört, verklagt – und mit den schlimmsten Vorwürfen bedacht: sie würden die Staatsgewalt untergraben, sie würden andere aufwiegeln, sie würden provozieren, sie würden die herrschende religiöse Ehrfurcht verachten… und damit sind wir beim Thema der Christenverfolgung.

 

Was heißt das?

 

Zum einen: Glaube und Christsein ist nicht immer Spaziergang, Wohlfühlen, Hallelujasingen, schöne Gottesdienste erleben – Glauben heißt manchmal auch Leiden müssen, Schmerzen aushalten, Klagen, Seufzen und Schreien.

Nicht wegen äußerer Umstände oder Krankheit, sondern wegen des Glaubens.

 

Weltweit ist eine schleichende Christenverfolgung im Gang– nicht durch Kriminelle, sondern durch Kräfte, die christlichen Glauben, christliche Gemeinschaft anfeinden, hassen und ausrotten wollen.

Jesus klärt seine Jünger auf und sagt:

 

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wärt ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen. - Johannes15,18f

 

Einige Informationen dazu:

 

Jährlich beträgt die Zahl der christlichen Märtyrer, vorsichtig geschätzt, 100 000.

Millionen werden bedrängt, benachteiligt.

 

In der Zeitschrift ‚Verfolgte Christen’ steht auf der Vorderseite:

Jede 5. Minute stirbt ein Christ seines Glaubens wegen!

D.h. 12 pro Stunde und 288 pro Tag und 105 120 pro Jahr.

Andere Schätzung geht von 170 000 christlichen Märtyrern pro Jahr aus.

 

Während eines Gottesdienstes hier mit der Dauer von 1 ¼ Stunden sterben 15 Christen wegen ihres Glaubens…

Bewegt uns das, dass an einer anderen Stelle der Welt Menschen schreien, jammern, schluchzen, weil sie gefoltert und gequält werden – um ihres Glaubens willen!?

 

Sicherlich, wir können nicht immer dran denken, wir können nicht alles Leid der Welt tragen, - aber heute oder gelegentlich können wir bewusst dran denken, dafür beten und einstehen – denn wir sind auf eine unsichtbare Art doch miteinander solidarisch um Jesu willen. Wir sind der Leib Christi, wie es Paulus sagt.

 

Ich will auf drei Ereignisse kommen, die mich dieses Jahr stark beschäftigt haben:

 

- die drei Morde im April in der Türkei (Malatya) – ein intensiver Schmerz, der sehr nah ging. Verblendete Nationalisten und Islamisten schnitten 3 Mitarbeitern eines Missionsverlags die Kehlen durch. Wir haben das hier schon einmal thematisiert.

 

- ein weiteres Ereignis im Juni ging mir sehr nah.

Es war auf dem Kirchentag in Köln… Es ging um die Verfolgung und Vertreibung der chaldäischen, assyrischen Christen im Irak.

Bilder zeigen! (vgl.Bote: schwarzes Kreuz mit Sargträger. Auf dem Kreuz stand: ‚Im Stich gelassen: Iraks Christen brauchen Eure Hilfe!’. Schwester Hatune erzählt von vielen Greueltagen durch Islamisten, die die christliche Minderheit, 2 – 3 %, im Irak systematisch ausrotten wollen)

 

- und schließlich eine WDR-Sendung im August (6.08) mit authentischen Berichten und Interviews eines Deutschen, der in der Abu-Bakr-Moschee in Köln zum gewaltbereiten islamischen Fundamentalisten wurde. (Zitate aus der Dokumentation..)

 

Bei all diesen Dingen spüre ich in mir zunächst eine Schutzreaktion:

Das kann doch nicht wahr sein! Das ist doch überzogen! Das ist doch nur ein Einzelfall! – Und ich merke, das ist eine Schutzmauer, hinter der sich mein ruhiges Gewissen verstecken möchte!

 

Aber diese Eindrücke brannten sich tief ein, tun richtig weh – und dann sucht man immer mehr Informationen darüber – und siehe da: es stimmt, ja es ist noch schlimmer als angenommen.

 

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass vieles an Grausamkeit den Christen gegenüber in den Medien dezent und weichgespült weitergegeben wird.

 

Ich versuche, mir eine Verfolgungssituation bei uns vorzustellen:

 

Wenn bei uns ein Klima der Angst, Bespitzelung entstehen würde.

-Die Nummern der Autos draußen würden jeden Sonntag von Unbekannten notiert.

-Sie bekämen anonyme Drohanrufe.

-Die Kirchenwände würden mit Schmierereien – Spottzeichnungen- verschandelt.

-Die Zeitungen würden in den Kommentaren Gift und Zynismus über die weltfernen und ewiggestrigen Christen ausschütten.

- Die Konfirmanden würden ängstlich von den Eltern gebracht, vielleicht im Schutz der Dunkelheit.

- Die Begrüßer würden jeden neuen Besucher aufmerksam beobachten. Ist das ein Mann vom Religionsministerium, oder ein Staatsanwalt, der Argumente für ein Verfahren sammelt?

- Ich als Prediger würde alles sensible Material auslagern, beim Predigen sehr aufpassen, nicht mehr Online ins Internet gehen..

…….

Bedrückend!! Aber schon im Hebräerbrief steht ein Hinweis, dass wir auch mit so einem Szenarium rechnen sollen.

 

Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, denn es kann euch jederzeit genauso ergehen. - Hebräer 13,3

 

Jesus bezeichnet dieses Leiden, ja den Hass der Leute, als fast normale Begleiterscheinung des Christseins: dem Jünger geht es nicht anders wie dem Herrn. Sie sind eben ‚nicht aus dieser Welt’.

 

(Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wärt ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen. - Johannes 15,18f)

 

Ich möchte Sie ermutigen, dass Sie sich einfach darüber informieren, wo in der Welt zZt die Christen leiden.

 

Und sich nicht einlullen lassen, wenn viele Länder die Religionsfreiheit proklamieren (siehe Artikel 18 der allgem. Erklärung der Menschenrechte , 1948) – aber heimlich und verdeckt dennoch die Christen massiv unterdrücken und Religionsfreiheit damit nach ihrem Sinn verdrehen.

Siehe auch Organisationen und Magazine von:

 

- zB OpenDoors – vgl. Weltverfolgungsindex!

- Nehemia / Verfolgte Christen..

- Allianz: AKREF über monatlichen Newsletter

………

 

Wenn wir dann gut informiert sind, stellt sich die Frage, mit welcher Haltung wir dieser Not begegnen: - ob wir uns einschüchtern lassen, oder mutig und standhaft werden!

Welche Haltung sollen wir einnehmen?

 

Zunächst: Angst ist ein schlechter Ratgeber!

 

Auch jeder Ruf nach gesetzlichen Verbesserungen (Verbot von Hasspredigern…) ist nicht das, was uns helfen kann. Das ist wichtig, aber nicht das Wichtigste..

………..

Jesus macht stark zum Standhalten und Aushalten: es lohnt sich, seine Verheißungen im Blick zu haben, zB den Zuspruch aus der Bergpredigt:

 

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.

Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Matth. 5, 10-12

 

 

Außerdem: wir haben einen, der stark und mächtig ist, dessen Kraft wir bekennen:

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

.

Jesus sagte ja: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Matth. 28,20

 

Aber Jesus tröstet und stärkt uns nicht nur, sondern er mutet uns auch etwas zu. Es sind zwei Zumutungen, die uns extrem herausfordern:

den Gewaltverzicht gegenüber den Feinden und die Treue im Bekenntnis zu ihm.

 

Die Feindes-Liebe ist etwas außer-menschliches, wird aber den Gläubigen abverlangt.

Wir sollen nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, den Hass mit der göttlichen Liebe beantworten.

 

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen. Matth. 5, 43f

 

Das ist ein Wort gegen Wut, Hass und Vergeltungswunsch.

Die andere Zumutung ist ein Wort gegen gefährliches Schweigen und sprachloses Sich-Verstecken.

 

Jesus sagte: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Matth.10,32f

 

 

Was also können wir jetzt tun?

 

Neben dem Informieren ist das Beten wichtig. Fürbitte ist das tatkräftiges Einstehen für die Verfolgten. Das Gebet schaut auf Gottes Möglichkeiten, es verändert unser Herz und es verbindet uns auf eine unsichtbare Weise mit den Verfolgten.

 

Ich lese ein Gebet aus dem Gebetsheft der Evang. Allianz….

 








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