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Predigttext

Bergpredigt: Wie kann ich Gutes tun und Lohn erwarten?
03-09-07 10:40
Alter: 3 yrs


VON: TH.ENZNER



Matthäus 6, 1-4 u. 2. Korinther 9, 6-15


 

1 «Hütet euch davor, nur deshalb Gutes zu tun, damit die Leute euch bewundern. So könnt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr erwarten.2 Wenn du einem Armen etwas gibst, dann posaune es nicht hinaus wie die Heuchler. Sie reden davon in den Synagogen und an jeder Straßenecke, um von allen gelobt zu werden. Das sage ich euch: Diese Leute haben ihren Lohn schon selber ausbezahlt. 3 Wenn du jemandem hilfst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut; 4 niemand soll davon erfahren. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.»

…………………………….

1 Habt Acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.

2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

16 Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

……….

2. Korinther 9, 6-15:

V. 6 Denkt daran: Wer spärlich sät, wird nur wenig ernten. Aber wer mit vollen Händen sät, auf den wartet eine reiche Ernte. 7 Jeder soll so viel geben, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat. Es soll ihm nicht Leid tun und er soll es auch nicht nur geben, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Gott liebt fröhliche Geber!

8 Er hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt. 9 Dann gilt von euch, was in den Heiligen Schriften steht: »Großzügig gibt er den Bedürftigen; seine Wohltätigkeit wird in Ewigkeit nicht vergessen werden.« 10 Gott, der dem Sämann Saatgut und Brot gibt, wird auch euch Samen geben und ihn wachsen lassen, damit eure Wohltätigkeit eine reiche Ernte bringt. 11 Er wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigebig sein könnt. Dann werden viele Menschen Gott wegen der Gaben danken, die wir ihnen von euch übergeben. 12 Dieser Liebesdienst soll ja nicht nur die Not der Gemeinde in Jerusalem lindern, sondern darüber hinaus viele Menschen zum Dank gegen Gott bewegen. 13 Wenn ihr euch in dieser Sache bewährt, werden die Brüder und Schwestern in Jerusalem Gott dafür preisen. Sie werden ihm danken, dass ihr so treu zur Guten Nachricht von Christus steht und so selbstverständlich mit ihnen und mit allen teilt. 14 Und weil sie sehen, dass Gott euch in so überreichem Maß seine Gnade erwiesen hat, werden sie für euch beten und sich nach euch sehnen. 15 Lasst uns Gott danken für sein unsagbar großes Geschenk!

 

Predigtgedanken:

1. Wer gibt, ist am göttlichen Segenskreislauf beteiligt

2. Wie wir geben – und wie wir nicht geben sollen.

3. Der Lohn des Gebens

(Investition in die Zukunft / Gottes Liebe erfahren / Freiheit von Habgier / Dankbarkeit)

 

……….

 

Liebe Gemeinde, haben Sie Lust auf Sünde?

Sie haben richtig gehört: Lust auf Sünde!

Letzten Sonntag saß ich in einem Biergarten und auf dem Tisch eine wunderschöne Eiskarte, darauf stand ‚Lust auf Sünde?’. Dann klappte ich die Karte auf und meine Augen sprangen von einer Köstlichkeit zur andern.

 

Warum diese sonderbare Werbung?

Es klingt das Verführerische an, das Prickelnde, Spaß und Genuss – Sünde hat in dieser Werbung nichts Schlimmes an sich, eher etwas Einladendes – obwohl wir auf einer anderen Ebene auch wissen, dass wir manchmal zuviel schleckern und für das Sündigen abgestraft werden.

Wir sagen dann „5 Minuten auf der Zunge und 5 Monate auf der Hüfte!“

Sünde funktioniert meist nach dem Schema: Frühe Lust und späte Reue.

 

Die besagte Eisfirma hat vor einiger Zeit auch damit geworben, dass sie den verschiedenen Sorten die Namen der sog. 7 Todsünden (Völlerei / Wollust / Habsucht / Zorn / Neid / Trägheit / Hochmut)

gegeben hat: Hm, Wollust! – oder: Hm, Völlerei! – oder eben: Hm, Habgier!

 

Letzten Sonntag war das Thema: Habgier und Neid dran.

Das ist nun wirklich keine kleine ‚sündhafte’ Schleckerei mehr, das kann richtig weh tun und krank machen.

 

Also: Lust auf Sünde? Nein, danke!

Damals zu Jesu Zeiten gab es ja noch nicht den Katalog der sog. 7 Todsünden, den die Kirche später in der Geschichte formulierte. Aber es gab schon das Wissen um manche gefährliche sündige Gewohnheiten, die einen von Gott wegziehen und gefangen nehmen können.

 

Nehmen wir z.B. diese Habgier, das ungesunde Streben nach Reichtum, immer mehr und mehr und mehr.

Das fromme Judentum versuchte dagegenzuhalten durch eine dreifache fromme Praxis: das regelmäßige Geben, das regelmäßige Beten, das regelmäßige Fasten.

Aber diese drei Säulen jüdischer Frömmigkeit haben auch eigenartige Blüten hervorgebracht.

 

Zur Information: Das Geben des Zehnten war Pflicht. Das Almosengeben war freiwillig. Mit dem Zehnten plus den Almosen gab der fromme Jude ca. 15 % seines Einkommens für andere ab. Respekt!

 

In der Bergpredigt greift Jesus diese Praxis auf (siehe Text, kursiv Gedrucktes!) – und greift gleichzeitig den Missbrauch, die falsche Frömmigkeit an, indem er sagt, wie man richtig geben, beten und fasten soll. Und wer richtig gibt, betet und fastet, der darf Lohn erwarten.

 

Jesus sagt: 1 «Hütet euch davor, nur deshalb Gutes zu tun, damit die Leute euch bewundern. So könnt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr erwarten.2 Wenn du einem Armen etwas gibst, dann posaune es nicht hinaus wie die Heuchler. Sie reden davon in den Synagogen und an jeder Straßenecke, um von allen gelobt zu werden. Das sage ich euch: Diese Leute haben ihren Lohn schon selber ausbezahlt. 3 Wenn du jemandem hilfst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut; 4 niemand soll davon erfahren. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.»

 

 

Zunächst eine Feststellung, die bei den Menschen damals nicht strittig war:

 

1. Wer gibt, ist am göttlichen Segenskreislauf beteiligt.

 

In der Lesung (2.Kor.9,6-15) wird es mit dem Kreislauf in der Landwirtschaft verglichen. Reichlich säen bedeutet in der Regel: reichlich ernten! So wie es einen Kreislauf des Geldes gibt und jeder weiß: Wer Geld ausgibt, der bekommt was! Geben bewirkt Segen!

 

Der Segenskreislauf Gottes funktioniert nun nicht so unmittelbar und direkt wie beim Geld, sondern eher mittelbar, verzögert und verborgen – aber der Kreislauf wirkt!

 

Und die Habgier – die Sucht nach Mehr-haben-wollen – die in uns schlummert und uns gelegentlich Lust macht – die schneidet uns vom Segenskreislauf ab. Je mehr sich an Sachen und Dingen nur für uns allein auftürmt, umso mehr schimmelt es in den Scheunen, Tresoren, Depots …

Habgier macht einsam und schneidet uns vom Segenskreislauf ab.

 

Geben meint hier nicht nur Geld, sondern einfach die allgemeine Wohltätigkeit, das gute Geben.

Diese Zusammenhänge waren damals für die frommen Juden unstrittig.

Strittig ist jedoch die Frage, wie wir geben sollen.

 

2. Wie wir geben - und wie wir nicht geben sollen.

 

Was halten sie davon, wenn Herr Soundso von der Bank einen großen Scheck für das Krebskinderhaus gibt? 10.000 Euro! Tolle Sache. Applaus und Lob in der Zeitung. Das Krankenhaus und die Patienten freuen sich… Aber das war’s dann auch schon.

Der ausbezahlte Lohn war die öffentliche Aufmerksamkeit, die Genugtuung des Banken-Chefs samt Mitarbeitern, die gespendet haben. Kein Lohn von Gott.

 

Ich habe mich beim Geldgeben im Gottesdienst ertappt, welche komischen Motive sich einmischen: der rechte Nachbar gibt eine stille Kollekte, raschel, raschel, knister, knister – ich aber nur eine Münze. Ich schämte mich. Oder umgekehrt: der Nachbar wirft eine Münze rein (Klimper, klimper) und selber steckt man etwas Raschelndes rein. Genugtuung.

 

Die Pharisäer hatten eine Gewohnheit entwickelt, um Spenden hochzutreiben:

bei einer großen Gabe -, es war üblich, die Summe bei einem Tempeldiener anzusagen,- wurde die Posaune geblasen oder der edle Spender wurde auf den Ehrenplatz neben den Rabbi gesetzt – alle Leute hatten wohlwollend und respektvoll dem edlen Spender Ehre erwiesen.

 

Jesus sagt: Das war’s dann auch.

Sie haben ihre Belohnung in diesem Moment schon bekommen.

 

Hinter diesem Geben stecken auch eigennützige, egoistische Motive.

Und die Sünde schlägt uns hier immer wieder ein Schnippchen, wie gesagt ‚Lust auf Sünde’.

 

Es ist uns nicht unlieb, wenn das Gute, das wir tun, über irgendwelche Kanäle bekannt wird und eine Würdigung erfährt. Es tut uns einfach gut.

Das Lob der Menschen bedeutet uns halt doch etwas.

Ich will das auch nicht verächtlich machen.

Aber die Gefahr, dass wir dann mit Blick auf das Lob Gutes tun, liegt nahe.

 

Jesus spricht hier davon, dass die linke Hand nicht von der rechten Hand wissen soll, d.h. völlige Verschwiegenheit.

Wenn sie in die kath. Kirche gehen und den neuen Ambo (Lesepult) bewundern – vom Goldschmied hergestellt – und fragen, wieso die Kirche soviel Geld noch hat (so fragte ich neulich), dann lautet die Antwort: ‚Das ist von einem Spender, der nicht genannt werden will’. Wir haben hier auch einige Dinge von Spendern, die nicht genannt werden wollen..

 

Liebe Gemeinde!

Jesus spricht hier vom verborgenen Leben vor Gott, von dem intimen Glaubensleben.

Gott, der Vater, sieht ins Verborgene.

Genauso wie er verborgene Sünden sieht, so sieht er auch das Gute, das wir tun.

 

Haben Sie ein verborgenes Leben vor Gott?

Fast jeder, dem es im Glauben ernst ist, hat ein öffentliches und ein verborgenes Glaubensleben.

- z.B., dass wir bei einem heftigen Gebet uns beugen und knien … was wir vor andern nie tun würden

- dass wir Kindergebete beten, weil uns andre Gebete nicht einfallen.

- dass wir vor Gott ein Versprechen abgegeben haben, was kein andrer weiß

- dass uns Tränen über die Wangen laufen – aus Freude, aus Schmerz. Gut, dass es keiner sieht.

- dass wir ein geistliches Tagebuch schreiben, das aber keiner lesen darf.

 

Ich möchte den Vergleich mit einem Segelboot bringen:

Damit das Boot nicht kentert, muss das Gewicht unter der Wasseroberfläche größer sein als das Gewicht über dem Wasser.

Wenn wir in unserem Glaubensleben nicht kentern wollen, muss das verborgene Leben mit Gott einen großen Anteil ausmachen. Das sind die Dinge, die andere nicht einfach so sehen können, die aber Gott sieht, weil er unter die Oberfläche ins Verborgene sehen kann.

 

Wo wir Gutes tun und nicht von Menschen be-lohnt, bestaunt, be-wundert werden wollen, da wird uns Gott seinen Lohn geben – weil er ins Verborgene sieht.

 

Jemand sagte mal treffend: „Wir sollten unseren Glauben vorzeigen, wenn wir versucht sind, ihn zu verstecken – und ihn verstecken, wenn wir versucht sind, ihn zur Schau zu stellen.“

 

Was ist nun dieser Lohn?

(4 Dinge – anhand von 2.Kor.9,6-15)

 

1. Eine gute Investition in die Zukunft. (V.6)

 

Das wurde schon gesagt. Ich bin an den Segenskreislauf angeschlossen.

Wer reichlich sät, darf auch reichlich ernten. (V.6)

Ich investiere in das Reich Gottes: in die Dinge, die bei ihm gelten

 

 

2. Die Liebe Gottes. (V.7)

 

 

V.7 Jeder soll so viel geben, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat.

Es soll ihm nicht Leid tun und er soll es auch nicht nur geben, weil er sich dazu gezwungen fühlt.

Gott liebt fröhliche Geber! Diejenigen also, die gerne, freiwillig, und von Herzen geben.

 

Gott freut sich über einen fröhlichen Geber.

Manche sagen: Was hab ich davon, Gott ist ja sowieso ein ‚lieber Gott’.

Aber es ist noch ein Unterschied, ob ich diese Liebe nur denke, oder ob ich sie spüre.

 

Sie kennen bestimmt das Wichteln: ein heimliches Beschenken, vornehmlich Weihnachten.

Gott will uns heimlich be-wichteln mit liebevollen kleinen Geschenken.

Ein fröhlicher Geber ist nicht der, der fragt, wie viel muss ich denn geben?

Nicht der, der mit saurem Gesicht sich was abringt.

 

(Zachäus: gibt die Hälfte seines Besitzes

Arme Witwe: gibt ihr Scherflein - alles, was sie in diesem Moment besaß)

 

3. Freiheit von der Habgier, von Gefängnis des Materialismus. (V.8)

 

Ich kann darauf vertrauen, dass auch abseits des gefüllten oder überzogenen Kontos Gott auf mich acht hat und mich versorgt.

V.8: Er hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt.

 

John Wesley sagte mal: „Wenn ich einmal Geld besitze, versuche ich, es so schnell wie möglich wieder loszuwerden, damit es keinen Zugang zu meinem Herzen findet.“

 

 

4. Dankbarkeit (V.11b, V.15)

 

- bei den Beschenkten Gott gegenüber

 

V.11b: Dann werden viele Menschen Gott wegen der Gaben danken, die wir ihnen von euch übergeben….

(Vgl. aktuelles Newsletter aus Kitokolo..)

 

 

- bei uns, weil wir uns auch als von Gott Beschenkte erleben

 

V.15: Lasst uns Gott danken für sein unsagbares großes Geschenk

 

Gott ist reich - wurde aber arm in Christus, für uns,- damit wir reich würden.

 

 








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