mittendrin-Themengottesdienst
Liebe Männer!
Wir sind heute ‚unter uns’ – thematisch meine ich. Was macht den Mann zum Mann?, ein typisch männliches Thema, aber mittelbar hat es auch wieder mit Frauen zu tun.
Die Frauen sind heute geduldet, aber sie sind auch willkommen. Vielleicht werden sie einschlafen, oder sie werden sich ärgern – auf jeden Fall haben sie ein gutes Thema, um sich mit einem Mann zu unterhalten.
Also jetzt: liebe Männer – und auch liebe Frauen!
Herbert Grönemeyer beschreibt im Lied schon ganz gut den Mann, aber er stellt im Kehrvers eine offene Frage: Wann ist ein Mann ein Mann?
Einige Vorbemerkungen, bevor ich eine Antwort versuche:
- es wird jetzt kein allseits ausgewogenes Referat präsentiert, wohl aber einige Thesen, über die man kräftig nachdenken, sich ärgern oder auch sich freuen kann.
- dabei wird man immer einwenden können: ich kenne aber den und den Mann, der ist ganz anders. Das widerlegt noch nichts, - wir fragen nach dem Typischen, das im Allgemeinen, über die große Zahl sichtbar wird
- es geht nicht nur um biologische Merkmale, sondern vielmehr um die Frage der Identität: Was ist das Wesen des Mannes? Es geht um die männliche Identität aus christlicher Sicht.
- Das Thema stellt sich nicht von ungefähr. Es ist z.Z. richtig angesagt, in der Literatur und den Medien, zB wie neulich in einer Fernseh-Sendung: Typisch Mann – typisch Frau.
Vor dreißig Jahren wäre das unmöglich gewesen, da war man penibel um Gleichstellung bemüht. Überall wurden Gleichstellungsbeauftragte angemahnt. Sagte man etwas über Unterschiede, dann stand man gleich unter Diskriminierungsverdacht. Das ‚schwache Geschlechts’ wollte ernstgenommen werden, wollte keineswegs schwach sein. Nun hat sich manches entkrampft, und – nachdem die Frauen auch ihre eigenen Themen durch haben – von Selbstbehauptungs- und Selbstfindungskursen bis hin zu Wellness und Beautyangeboten – taucht die Frage auf: Was ist eigentlich mit den Jungens? Haben die auch was eigenes? Oder definieren sich die Männer nur von den Frauen her – sozusagen, was gesellschaftlich noch so über bleibt?
In der Bildungspolitik wird es momentan wieder heiß debattiert: Pisa und andere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schulen oft nicht den Jungens gerecht werden und überlegt man sich, wie man das typisch Männliche an Jungens fördern kann.
Jetzt aber zum Thema:
Ich bitte Sie nun – ganz besonders die Männer - innezuhalten und zu überlegen, wonach sie sich tief in ihrem Herzen sehnen?
Anders gefragt: Was lässt ihr Herz höher schlagen?
Gibt es etwas, wo sie sagen: Das würde ich gerne machen?
Hat es etwas gegeben, wo sie sagten: Das war eine tolle Erfahrung!
Ich meine nicht die Sehnsucht nach einer höheren Gehaltsstufe, oder die nach einem schnelleren Auto… also nicht so sehr das Vordergründige, sondern das, was Unvergesslich ist, was sie gerne noch – wenn sie mal im Altersheim sind – als Erinnerung erzählen werden.
…………………….
Was lässt das Herz der Männer höher schlagen?
Ich fange bei mir an:
-Ich denke an das Männer-Segelwochenende im August. Zunächst dümpelten wir bei Windstille über das träge Ijsselmeer, aber am nächsten Tag wurde es gefährlich und aufregend. Ein Wolkenbruch mit Gewitter, Windböen, ja Windhosen breitete sich über das Wasser aus, die Segel mussten in Windeseile runtergeholt werden, die Männer auf Deck wurden klitschnass, teilweise sahen wir nur noch unser Schiff, weil der Regen die Sicht zu anderen Schiffen nicht mehr zuließ. Es machte Spass, mit andern Männern eine bisschen Gefahr zu bestehen. Hinterher erfuhren wir von anderen, dass ein Dreimaster durch eine Windhose fast umgelegt wurde. Aufregend. Ein kleines Abenteuer.
-Ich denke an meine große Motorradfahrt nach dem Abitur mit einem Freund und mit wenig Geld und viel Unternehmungslust. Die Fahrt sollte durch die Sahara gehen, aber zum Glück ging vorher in Marokko die Maschine kaputt, das Geld war alle und die Gesundheit war auch futsch, ich bekam Durchfall ohne Ende. Aber die Fahrt war natürlich toll – im Rückblick gesehen. Ich habe ein Abenteuer bestanden.
- Ich denke an eine Bergwanderung, mit meiner damaligen Verlobten, heutigen Frau, aus dem Höllental über einen Bergkamm neben der Zugspitze und dann wieder herunter – und wir wurden unterwegs von einem Gewitter überrascht, keine Menschen in der Nähe, und wir zitterten wie kleine Kinder in der Hoffnung, wieder gesund im Tal anzukommen…
- Ich denke weiter zurück an die Kindheit: Indianerspielen war damals angesagt: Wir bekämpften mit Schwert, Tomahawk, Messer und Kriegsgeheul die böse Bande aus dem Nachbardorf. Hier ging es um Gut und Böse, Sein und Nichtsein. Obwohl wir die bösen Buben gar nicht richtig sahen, fühlten wir uns in einem edlen Kampf gegen die anderen, und die anderen waren natürlich die Bösen.
Solche Erinnerungen lassen noch heute mein Herz höher schlagen…
Es hat meiner Männlichkeit gut getan.
Was macht den Mann zum Mann?
Vor einigen Monaten las ich ein Buch, das mich seitdem nicht ganz losgelassen hat:
Der ungezähmte Mann. Auf dem Weg zu einer neuen Männlichkeit ( hg.v.John Eldrege).
Die Gedanken arbeiten noch in mir. Sehr verkürzt, aber schon mal zum Merken, sagt er: Jeder Mann möchte eine Schlacht schlagen, möchte ein Abenteuer bestehen und möchte eine Prinzessin erobern. Das klingt provozierend..
Ein erster Gedanke, der das männliche Herz höher schlagen lässt:
1. Jeder Mann möchte eine Schlacht schlagen.
Es ist etwas Aggressives im männlichen Wesen. Er möchte sich auseinandersetzen mit andern, sich vergleichen, er möchte gewinnen, ein Sieger sein.
Kriegsspielzeug ist faszinierend, bumm bumm. Dort ist der Feind, hier bin ich. Dort ist das Böse, hier bin ich und verteidige das Gute. Auch wenn kein geächtetes Kriegsspielzeug, Panzer, Gewehr u.a. da ist, dann wird eben ein Ast zum Gewehr und ein schwerer Stein zum Panzer.
Männer mögen Wettkampf, und ihr Instinkt ist auf Siegen ausgelegt.
Ob sich nun die Kolosse der Sumi-Ringer aufeinander zuwälzen, ob sich zwei Boxer im Ring verkloppen, ob es um Formel 1 geht, oder ob man sich auf die gegnerische Fußballmannschaft stützt, oder ob man als Fan vor dem Fernseher sitzt und für die eigene Mannschaft fiebert, man will den Sieg.
Und mit Triumphgeheul und hupend macht man seiner Freude Luft: We are the champions, you are the looser..!
Bis in die Reportersprache hinein ist es zu hören: Da sind die Schlachtenbummler.., es geht um Verteidigung und Angriff, der Angreifer wird zum Schützen, der schießt und landet einen Treffer. Gerd Müller hieß früher der ‚Bomber der Nation’.
Es ist am Mann etwas Wildes. Er möchte eine Schlacht schlagen und als Held vom Platz gehen.
Daran ist nichts Verwerfliches.
Wenn wir Menschen Gottes Ebenbild sind, dann müssen auch die Wesenszüge des Mannes (wie auch der Frau) in Gott wiederzufinden sein.
Gott hat den Mann doch als Mann erschaffen, inklusive seines Wesens, seiner Wildheit. In jeder einzelnen Zelle ist es definiert, durch das XY –Chromosom!
Manche Männer sind jedoch derart verunsichert, dass sie gar nicht wissen, was Gott wollte. Und sie denken noch, Gott hat sie dazu erschaffen, dass sie nur brav und gut und sanftmütig und pflichtbewusst seien.
Diese Männer sollen wissen: Gott hat dich als Mann erschaffen – und darin sollst du etwas Wichtiges von Gott abbilden, denn du bist darin auch Gottes Eben-bild.
In der Schöpfungsgeschichte heißt es: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1.Mose 1,26f.31)
Im Alten Testament wird Gott oft als der kriegerische und streitbare Gott dargestellt. Er kämpft für seine Sache. Er kämpft für sein auserwähltes Volk. Er weicht dem Konflikt nicht aus. So hat er dem mächtigen und stolzen Pharao die Stirn geboten. So hat er Mose angeführt, sein Volk der Israeliten, aus der Knechtschaft herauszuführen. Nach dem wunderbaren Durchzug durch das Schilfmeer singen die Befreiten ein Lied, darin heißt es: Der Herr ist der rechte Kriegsmann, Herr ist sein Name. (Luther 2.Mose 15,3) (Hoffnung für alle: Der Herr ist ein mächtiger Kämpfer..) An verschiedenen Stellen wird Gott als der Streiter, der Herr der Heerscharen, als heiliger und mächtiger Gott dargestellt, der das Böse überwindet und vertreibt. Jemand sagte mal: „Jedes biblische Buch, ja fast jede Seite, erzählt im Grunde von göttlichen Kampfhandlungen„
Jeder Mann möchte für das Gute kämpfen, tapfer und heldenhaft eine Schlacht durchstehen. Er möchte dabei erfahren, dass er Macht und Kraft hat.
Ich meine das jetzt nicht militärisch. Auf verschiedensten Ebenen gibt es Konflikte zu bestehen, wo es gilt, für die gute Seite zu kämpfen und nicht das Schlachtfeld – das pädagogische, das familiäre, das berufliche – zu verlassen.
Männer sehen sich gerne Wildwest-Filme oder Heldenfilme an – wo am Schluss nach einer wilden Jagd und nach einem riskanten Kampf auf den Dächern oder im Untergrund das Gute, der gute Mann, der Held siegt.
Aber oft ist diese Sehnsucht zugeschüttet oder die Männer stellen sich nicht dem Konflikt, oder der Konflikt wird nicht zugelassen. Dass der Mann einfach die nötige Auseinandersetzung verweigert. Er versteckt sich, er verlässt das Feld, er arrangiert sich, er ist harmoniesüchtig, er ist ganz passiv.
Als Eva in der Schöpfungsgeschichte von der bösen Schlange verführt wird und ihr eingeflüstert wird: Iss, und du hast einen enormen Zuwachs an Erkenntnis! Du wirst sein wie Gott! – da steht Adam abseits, hört sich das an, greift nicht ein – um das Böse in die Schranken zu verweisen, indem er auf das göttliche Ess-verbot hinweist.. Adam ist einfach passiv – und wird schließlich seinerseits von der Eva verführt…
Männer leben in der Gefahr, dass sie den notwendigen Kampf nicht aufnehmen, sondern alles passiv laufen lassen. Manchmal flüchten sich Männer auch in Geschäftigkeit, in die wichtigen Geschäfte des Berufs und verweigern die eigentlich nötige Auseinandersetzung in Ehe oder Familie.
In jedem Mann ist etwas Kämpferisches.
Ein zweiter Gedanke, der das männliche Herz höher schlagen lässt:
2. Jeder Mann möchte ein Abenteuer bestehen.
Der Mann hat etwas Unbändiges, Ungezügeltes, Risikofreudiges an sich.
Die Abenteuerlust ist dem Mann ins Herz geschrieben.
Die Sehnsucht nach Meer, nach Weite, nach Freiheit, nach neuem unbekannten, unerforschten Land.
Haben Sie schon mal Mädchen skaten gesehen? Jungens lieben diesen Kick, ob sie auf dem Brett bleiben oder runterfallen. Bergsteiger sind meist Männer. Bungeespringer sind meist Männer. Motorräder werden meist von Männern gefahren. Das Gefühl von Freiheit, der Kick der Beschleunigung.
Wenn das männliche Wesen von Gott gewollt und geschaffen wurde – als Ebenbild, was wird darin dann von Gott abgebildet?
Für Gott war es ein riskantes Abenteuer, dass er uns Menschen – seinen Geschöpfen – den freien Willen gegeben hat, nämlich die Entscheidung zum Guten wie auch zum Bösen.
Jeder Mensch kann sich gegen Gott, seinen Urheber, stellen und ein selbstgewähltes Leben leben. Dann hat Gott einen Menschen verloren.
Jeder Mensch kann sich aber für Gott entscheiden, ihn ehren und seine Nähe suchen, dann freut sich Gott, dass eine Beziehung entsteht, wie er es sich von Anfang an vorgestellt hatte.
Auch für Jesus war sein Leben unter den Menschen riskant. Er verkündete eine rettende Botschaft, ob es den Leuten passte oder nicht, ob sie ihm zujubelten oder ihm den Tod androhten.
Jesus war einerseits sanft, barmherzig, kinderfreundlich und friedensstiftend, andererseits scheute er den Konflikt nicht, er handelte sich laufend Streit mit den Pharisäern ein, ja er war todesmutig – trotz innerer Angst. Jemand sagte mal: ‚Welcher Mensch wird dafür gekreuzigt, dass er den Leuten sagt, sie sollen nett zueinander sein? Welche Regierung exekutiert unauffällige Bürger wie Herrn Müller oder Herrn Maier?’
Der Mann Jesus war sicher nicht abenteuersüchtig, aber sein göttlicher Auftrag war ein einziges Abenteuer.
Symbolisch ausgedrückt – in der Sprache der Bibel – er war verletzlich wie ein Lamm und stark wie ein Löwe zugleich.
Er ist das Lamm Gottes, das sich opfern lässt – und er ist der Löwe, der als Starker den Kampf aufnimmt.
Dorothy Sayers beklagt nun in einem ihrer Bücher, die Christenheit habe „dem Löwen von Juda die Krallen gestutzt“ und habe ihn „zu einem Haustier für bleiche Hilfspfarrer und frömmelnde alte Damen gemacht.“
Haben wir dem Löwen von Juda die Krallen gestutzt?
Der Löwe ist das Symboltier für den Stamm Juda, im übertragenen Sinn auch für alle Juden, im Stadtwappen von Jerusalem ist dieser Löwe von Juda zu sehen.
Haben wir das Löwenhafte und Herausfordernde am Evangelium auf einen hübschen Pudel zurechtgestutzt, den man liebevoll knuddeln kann?
Und ist das Ideal für einen christlichen Mann, dass er nur einfach nett, gutmütig, brav und pflichtbewusst ist?
Letzte Woche stand ich in Weimar auf dem Marktplatz – so am Rande am Bürgersteig - und mir begegnete ein kleiner Junge (ca 5 Jahre) und er knurrte und fauchte vor mir, er wollte an mir vorbei und wollte mich wegknurren. Ich fand das lustig und ließ mich auf dieses tierische Spiel ein, knurrte und fauchte auch – und so ging es hin und her – und ich sagte: Du bist ja ein richtiger Löwe!
Schließlich machte ich ihm Platz, er ging stolz weiter – die Mutter hörte das, und sagte: Wenn sie seinen Vornamen wüssten! Er heißt nämlich: Leo! (Und ich rief zurück: Das passt ja gut, und ich heiße Theo…)
Schon als kleine Kinder möchten die Jungens stark sein, Löwe spielen, kämpfen, sich behaupten und Abenteuer erleben. Darum heißen manche Spielplätze nicht einfach: Sandkastenecke, sondern ‚Abenteuerspielplätze’.
Leider sagen wir den Jungens viel zu oft das Wörtchen ‚Nicht’: Klettre nicht auf den Baum, zerbrich jenes nicht, sei nicht so aggressiv, sei nicht so laut, mach nicht so viel Dreck, bring dich nicht so in Gefahr.
Aber Gottes Anrede ist eher: Sei mutig. Trau dich. Du bist mein kämpferisches Ebenbild. So wie dem Josua der Rücken gestärkt wurde, als er neues Land einnehmen sollte:
Sei nur mutig und stark…Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht, und hab keine Angst, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst. Josua 1, 6-7.9
Einen Jungen wird man immer zum Abenteuer herausfordern können.
Im Frühaufsteher-Blättchen für Burgaltendorf stand ein Bericht über den
‚Äktschen’-Tag für Jungs, der im Sommer hier stattfand. Darin stand Folgendes:
„..was gibt es Schöneres für acht bis 16-jährige, als sich permanent zu verausgaben, sich im Wettrennen zu messen und das ganze dann in einer Wasserschlacht eskalieren zu lassen“.
Ein Junge sagte dabei übrigens über den Girls-Day, den Mädchen-Tag, der eine Woche vorher stattfand: „Das war grausam, die haben die ganze Zeit nur gebastelt und gequatscht, das würd ich nie machen, das is doch total langweilig..“
Das Wilde und Gefährliche kann man nicht nur im Löwen erkennen, man kann es auch in der Natur, der Schöpfung Gottes beobachten:
Ist die Schöpfung – aus Legosteinen, oder Ziegelsteinen, oder anderen Baumodulen zusammengesetzt, praktisch, quadratisch und gut – oder ist sie nicht vielmehr ungeordnet, schroff und wild? Wir sagen ja auch: draußen in der Wildnis, in der freien Wildbahn – aber drinnen in der Zivilisation ist alles reglementiert, geordnet, systematisiert, standardisiert.
Der Löwe darf unter uns sein – aber bitte nur im Zoo.
Der Mann darf unter uns sein – aber bitte produktiv, pünktlich, funktionell, effektiv – eben gezähmt.
Und so hat sich das Abenteuerliche langsam in der Alltags- und Arbeitswelt aufgelöst, wo alles berechenbar, planbar, überschaubar ist – jedoch irgendwie langweilig.
Kein Wunder, dass manche Männer ausbrechen möchten, sie wissen noch nicht genau, wohin, aber sie wissen, dass ihnen die Gitterstäbe eines Löwenkäfigs in Beruf und Alltag einfach zu eng geworden sind. Das ist oft der Hintergrund für die midlife-crisis, oder der Hintergrund eines intensiven Wochenendsports, der dann sog. Wochenend-Witwen zurücklässt.
Jeder Mann sehnt sich nach Risiko, er sucht neues Land und möchte sein Abenteuer bestehen.
Eine dritte Sehnsucht, die das Herz höher schlagen lässt:
3. Jeder Mann möchte eine Prinzessin erobern.
Anders gesagt: Jeder Mann möchte um das anderen Geschlecht werben, um die eine Schöne und Begehrenswerte!
Er möchte um sie kämpfen, sie erobern. Neben Charme, Intelligenz und anderen Merkmalen ist es vor allem die Schönheit, die den Mann fasziniert, für die er sich unbedingt einsetzen will. Das ist eine emotionale Schlacht.
Jeder Mann hat etwas Leidenschaftliches.
In der Frau entdeckt er Schönheit, ein passendes Gegenüber, das aber auch schützenswert ist. (Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein, 1.Mose21) , Eva verkörpert die Schönheit und die die Verletzlichkeit Gottes.
Ein Schriftsteller hat einmal gesagt: ‚Der nackte Frauenkörper ist ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit – überwältigend für das Auge eines Mannes.’“ Lesen sie dazu das Hohelied Salomos, das von Duft, Komplimenten, Schönheit und Erotik nur so strotzt.
Übrigens findet man auch in der Beziehung Gottes zu den Menschen die romantische Seite. Das Suchen, Finden und Lieben und Geliebtwerden.
Gott oder Jesus als der Bräutigam wirbt um die Braut (das ist sein Volk, die Gläubigen), und Gottes Plan kommt dann zum Ziel, wenn die Menschen sich an die Stärke Gottes anlehnen, und bei ihm Schutz suchen.
Der Mann möchte in Beziehung zum andern Geschlecht treten. Der Mann möchte ein leidenschaftlicher Liebhaber sein. Das ist seine romantische Seite.
Er fühlt sich als Mann allein ziemlich eintönig und einsam, darum die Sehnsucht zu einem Gegenüber. Darum heißt es auch:
Es ist nicht gut, dass der Mensch (Adam, der Mann) allein sei, ich will ihm ein Gegenüber machen, das ihm entspricht. (1.Mose 2,18).
Aber diese Hilfe finden ist oft ein großer Stress, und wenn der Mann schließlich eine Hilfe an seiner Seite hat, fühlt sich der Mann oft gegängelt, bevormundet, kritisiert, domestiziert und verschließt sich immer mehr, er wird stiller und stiller – ein typischer männlicher Fehler, dass er sich der Kommunikation entzieht. Und wenn er an der Seite seiner Frau nicht Mann sein kann, dann sucht er anderweitig nach Bestätigung der Männlichkeit (was Anerkennung oder auch Erotik anbetrifft), zB durch Arbeitssucht im Beruf oder durch den erotischen Kick in der Pornographie).
Ich habe nun drei Seiten des Mannes anhand dreier großer Sehnsüchte beschrieben, alles unter der Frage: Was lässt das Herz des Mannes höher schlagen?
Diese drei Gedanken drehen sich um die Frage der Identität: Was macht den Mann zum Mann? Darin stecken wie in einem Bündel noch andere Fragen:
Wer bin ich? Kann ich mich behaupten? Kann ich etwas leisten? Hab ich Erfolg?
Bin ich anerkannt? Werde ich angenommen?
Nicht nur in einem biologischen Sinn: Habe ich Potenz (potentia = Kraft, Vermögen, Fähigkeit)? Habe ich das Zeug zu einem ganzen Mann?
An dieser Stelle möchte ich einige Männer nach vorne bitten und sie um persönliche Beiträge bitten:
Manche sagen, dass christliche Männer ‚weichgespült’ sind, also gezähmt und brav. Das stimmt vielleicht auch etwas, dennoch möchte ich euch fragen, da ihr ja Männer und zugleich Christen seid:
Wo habt ihr einmal eure Männlichkeit erlebt?
N.N. ….
Wie wird Männlichkeit bestätigt oder gefestigt?
Durch Ermutigung, Bestätigung – besonders durch andere Männer, für den Jungen am besten durch den Vater. Männlichkeit wird verliehen durch andere Männer. Das Selbstvertrauen der Jungens in die eigene Stärke hängt wesentlich von der Ermutigung des Vaters ab.
Und wenn der Vater das nicht tut? Oder wenn er einfach abwesend ist, egal aus welchem Grund?
Oder wenn der Junge als Waschlappen, als Muttersöhnchen verlacht wird, also in seinem Können gedemütigt wird? Oder wenn ein Junge von der Mutter sorgenvoll überbehütet und nicht losgelassen wird?
Eigenartig: die meisten Jungens hören nach der Pubertät folgenden Satz nicht gern: Du bist ja genauso wie dein Vater! Warum?
Weil sie ihn abwesend oder als schlechtes Vorbild erlebt haben oder weil da eine Wunde ist, und die Männlichkeit durch den Vater nicht bestätigt wurde.
Das führt uns zu der Tatsache, dass der Weg zur Männlichkeit meist nie glatt und linear verläuft, sondern dass irgendwann die männliche Seele verletzt wird. Jeder Mann leidet an solchen Wunden aus der Vergangenheit.
Es ist peinlich für einen Mann, zugeben zu müssen: Ich kann es nicht, ich schaffe es nicht! Und es ist eine starke innere Anfechtung: Kann ich das wirklich oder bin ich doch ein Versager?
Ein Schutzmechanismus, um die Wunde nicht zu offenbaren, ist das Verstecken, die Maske, hinter der man diese Schwäche verbergen möchte (Zeitung, Fernsehen, Arbeit, Büro oder auch Gemeinde …)
Manchmal führt die Verwundung auch zu einem unseligen inneren Schwur:
Nie mehr will ich andere um etwas bitten! Ich will nie so werden wie mein Vater! Niemals setze ich mich wieder einem Risiko aus! Was auch kommt, ich werde immer nett und freundlich sein!
Gefährlich wird es dann, wenn wir Männer - aus Scham, Stolz oder Eigensinn – versuchen, alles selbst zu richten, gemäß dem Motto: Selbst ist der Mann!
Wie kann die Wunde heilen?
Indem ich meine Stärke vom himmlischen Vater beziehe.
So eine zentrale Frage nach dem Mannsein erledigt sich meist nicht von selbst.
Mit meinem biologischen Vater kann ich es nicht mehr klären, er ist vielleicht schon tot, oder wenn er lebt, ist er nicht mehr der starke und kühne Vater, sondern der Alte oder der Kranke. Aber Gott ist der Starke und Mächtige, der Streiter und der Kühne, der Sieger und Liebhaber.
Paulus sagte einmal: Sei stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke! (Eph.6,10) Er meint: Wir Männer sind dazu bestimmt, von Gott abhängig zu sein, und von seiner Stärke zu leben.
Bei Gott kann ich ehrlich sein. Ich muss mich nicht verstecken.
Ich kann meine Wunde benennen, meine und andere Fehler ihm hinhalten, und ihn auch um Vergebung bitten.
Darum noch mal: Ihr Männer - seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke!
Amen.