4. Advent, 2. Korinther 1, 18-24
Stichwort: Annahme, Ja, Nein,
18Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. 19Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. 20Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. 21Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt 22und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat. (Luther)
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18Gott weiß, dass wir niemals etwas anderes sagen, als wir wirklich meinen. 19Auch Jesus Christus, der Sohn Gottes, von dem Silvanus, Timotheus und ich euch berichtet haben, sagte nicht gleichzeitig «Ja» und «Nein». Er selbst ist in seiner Person das Ja Gottes zu uns, 20denn alle Zusagen Gottes haben sich in ihm erfüllt. Und deshalb sprechen wir im Blick auf Christus und zur Ehre Gottes unser Amen. 21Gott selbst hat unser und euer Leben durch Christus auf ein festes Fundament gestellt und uns in seinen Dienst gerufen.3 22Er drückte uns sein Siegel auf, wir sind sein Eigentum geworden, und er hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Damit haben wir die Garantie von Gott, dass er uns noch viel mehr schenken wird.
23Warum bin ich dann schließlich doch nicht wie geplant nach Korinth gekommen? Nur um euch zu schonen, mit Rücksicht auf euch! Gott soll mich strafen, wenn das nicht die Wahrheit ist.4 24Denn wir möchten nicht über euch und euren Glauben herrschen, sondern mithelfen, dass ihr euch freuen könnt. Dass ihr fest im Glauben steht, davon gehe ich aus.
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Liebe Gemeinde,
es geht heute um das schlichte, einfache Wörtchen ‚Ja’ – einfach ‚Ja’.
Zwei Buchstaben, und doch so entscheidend.
Manche Ja’s sind im Leben sehr entscheidend:
-‚Ja, mit Gottes Hilfe!’ – das ist der entscheidende Satz bei einer Trauung.
- Das entscheidende und erlösende Wort nach der Prüfung. Die noch zitternden Prüflinge bekommen von dem zuständigen Menschen gesagt: Ja, sie haben bestanden!
Das ‚Ja’ ist meist ein positives und gutes Wort.
Sogar die Werbung macht sich das zu eigen und auf einigen Lebensmittelverpackungen sieht man klar und deutlich ‚Ja’. Die Hausfrauen sollen dabei ein gutes Gefühl haben und positiv Denken. Ja, dieses Pfund Mehl ist das richtige. Ja, dieser Zucker ist einfach gut.
Nun ist aber nicht nur die Buchstabenfolge J und A wichtig, sondern oft auch der Tonfall.
Was hören Sie z.B. aus:
- Jaaa (zögerlich)..? Da überlegt einer, ist sich nicht so sicher
- Ja-ha (ungeduldig).. das ist eine etwas unwillige Antwort
- Jaja.. da wiegelt einer ab… die Botschaft geht zum einen Ohr rein, zum andern raus
Da sehen wir, dass ein JA gefärbt sein kann: äußerlich Zustimmung, aber innerlich lustlos – sogar Abwehr, sodass eigentlich das Gegenteil gemeint ist.
„Liebst du mich..?“ Und die Antwort lautet: Jahaha.. ‚Nein’: Nein, ich habe keine Lust; Nein, ich liebe dich nicht… jetzt wenigstens nicht.
Eine Trauung werde ich nicht vergessen. Sie war eine der aufwendigsten, die ich vollzogen habe, in einem schönen Schloss, …aber nach wenigen Wochen hatte Braut und Bräutigam schon wieder einen Neuen.. Da war also schon bei der Trauzeremonie etwas faul..
So viele JA’s sind im Grunde nicht ehrlich, es schwingen andere Motive mit: es ist strategisch gedacht, dann hab ich keinen Ärger; es ist so dahingesagt, damit man einen Auftrag bekommt, später kann ich noch immer sagen, es lässt sich nicht machen..
Überlegen wir einmal, wie echt bei uns ein ‚Ja’ ist?
- War das JA wirklich eine vorbehaltlose Zustimmung?, und nicht auch ein Ja-Ha, so abgerungen?
- Ist die Beziehung zum Partner, zu Kinder, zu Eltern heute eher durch JA oder durch ein ‚JEIN’ charakterisiert?
- Oder ist unser Ja in einer Diskussion eigentlich ein Ja, aber!? – ein Ja, mit Vorbehalt. Ja, aber…! Hier wird ein Argument gesagt, dann: Ja, aber.. und das Gegenargument… Dann wieder Ja, aber… Ping, pong, ping, pong..wie beim Tischtennis…ich Grunde ein Schlagabtausch.
Beziehungen könnte man z.B. so klassifizieren:
-In der Nähe mancher Menschen fühlen sie sich absolut sicher – das ist eine JA-Beziehung. Was sie sagen, stimmt. Es gibt keine Winkelzüge, sie sind entspannt.
-Bei manchen Menschen sind sie aber angespannt, ständig auf Hab-Acht-Haltung, sie stehen unter Strom – das ist dann eine JA, ABER-Beziehung. Sie wägen ihre Worte, weil sie sich auf Glatteis fühlen. Es kann gut gehen, sie können aber urplötzlich auf die Nase fliegen.
-Bei manchen Menschen wissen Sie, es dauert nicht lange, und dann knallt es wieder – wie immer. Eine klassische NEIN-Beziehung. Die Luft ist mit so vielen heimlichen Vorwürfen aufgeladen, und an irgendwelchen Kleinigkeiten entlädt sich die Hochspannung.
Nebenbei: Wie stehen Sie eigentlich zu sich selber? Sagen Sie JA zu sich?
Be-jahen sie sich, ihren persönlichen Werdegang, ihre Biografie, ihr Aussehen, ihre Stärken und Schwächen – Nehmen Sie sich brutto an – oder setzen sie sich dauernd unter Druck, indem sie immer noch perfekter werden wollen?
Oder möchten Sie jemand anderes sein? Haben sie Einwände gegen ihr Leben?
Die Beziehung der Gemeinde in Korinth zum Apostel Paulus war angespannt.
Erst kündigt er seinen Besuch an – dann kommt er doch nicht. Gebrochenes Versprechen. Große Enttäuschung. Sie hätten ihn gern leibhaftig bei sich gehabt. Sie haben viele Fragen. Und immer diese Briefe aus der Ferne. Sie fühlen sich hingehalten. Und außerdem sagen die Leute, dass er aus der Ferne den starken Mann spiele, aber – wenn er da ist – dann wirkt er schwach. Es gab eine Gruppe in dieser Gemeinde, die würde am liebsten dem Paulus eine Abmahnung schicken. Er brauche gar nicht mehr kommen.
Zwischen Paulus und der Gemeinde in Korinth gab es ein handfestes Beziehungsproblem.
Steht er noch zu uns, oder lässt er uns links liegen, sind wir ihm egal – also so eine ‚Ja, aber’ oder ‚Jein’ Beziehung! Nein, danke, Paulus, das wollen wir nicht!
In dieses Beziehungsproblem hinein schreibt Paulus folgende Zeilen:
18Gott weiß, dass wir niemals etwas anderes sagen, als wir wirklich meinen. 19Auch Jesus Christus, der Sohn Gottes, von dem Silvanus, Timotheus und ich euch berichtet haben, sagte nicht gleichzeitig «Ja» und «Nein». Er selbst ist in seiner Person das Ja Gottes zu uns, 20denn alle Zusagen Gottes haben sich in ihm erfüllt. Und deshalb sprechen wir im Blick auf Christus und zur Ehre Gottes unser Amen. 21Gott selbst hat unser und euer Leben durch Christus auf ein festes Fundament gestellt und uns in seinen Dienst gerufen.3 22Er drückte uns sein Siegel auf, wir sind sein Eigentum geworden, und er hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Damit haben wir die Garantie von Gott, dass er uns noch viel mehr schenken wird. (evtl.noch V.23-24)
Gut, dass Paulus die Vorwürfe nicht persönlich nimmt. Er ist nicht pikiert. Er könnte drohen, oder seinerseits zurückschlagen in der üblichen Haltung: Jaja..aber ihr, ihr seid noch viel schlimmer: euer Versprechen von damals habt ihr nicht gehalten und außerdem….
1. Gottes ‚Ja’ steht über allem menschlichen Nein!
Paulus sieht den menschlichen Konflikt von einer anderen Warte aus – von Gottes Beziehung zu uns: Bei Gott ist ein JA ein JA und ein Nein ein Nein. Und er sagte in Jesus eindeutig JA. Darin sind keine versteckten Winkelzüge, keine heimlichen Vorbehalte enthalten. Das sagt doch das Evangelium, das ist die gute Botschaft, an die ich, Paulus, euch hiermit erinnere:
Gott sagt: du gehörst mir. Ich bin bei dir. Gott steht zu dir, auch dann, wenn du krank bist, wenn dein Leben eingeschränkt ist, wenn du Zweifel hast. Gottes Ja ist vorbehaltlos: Ich bin bei dir. Ich halte bei dir aus und mit dir aus, und ich halte dich aus. Ich ertrage es auch, wenn du mir deine ganze Verzweiflung entgegenschreist,
Ich lasse es sogar zu, dass du wegläufst von mir. Ich kann warten, das sollst du wissen. Ich bin bei dir, wenn dir das Wasser bis zum Hals steht. Ich bin bei dir, wenn du durch eine Wüste der Unsicherheit und Kraftlosigkeit gehst. Mein Ja zu dir galt schon von Anfang an und steht am Ende immer noch da. Durch deine Sünde kannst du mein Ja nicht kaputt machen. Es ist unerschütterlich.
Deine Taufe ist das Zeichen für mein Ja. Deine Taufe ist gültig, da ist keine Rücktrittsklausel dabei. Auch wenn noch so viele Menschen in Verwandtschaft, Schule, Beruf oder Gemeinde dir ein Nein signalisieren, bei mir hörst du nur das alte und neue JA.
Mit Brief und Siegel – schau deine Taufurkunde an – ‚Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Den Heiligen Geist spürt ihr schon, das ist Anteil von mir,
Der Text von Bonhoeffer drückt es wunderbar aus:
Wo Menschen sagen: verloren – da sagt Gott: gefunden.
Wo Menschen sagen: gerichtet – da sagt Gott: gerettet.
Wo Menschen sagen: nein – da sagt Gott: JA!
2. Gottes Ja verbindet uns im Konflikt
Gottes Ja ist viel größer und wichtiger als unsere verschiedenen Meinungen.
Gottes Ja ist größer als handfester Beziehungskonflikt.
Ob ich nun menschlich gegenüber meinem Gegner punkte oder nicht: ich bin und bleibe durch Gottes JA angenommen.
Das Testfeld ist da, wo ich mit andern Menschen eng zusammenlebe:Familie,Schule,Beruf.
Oft sind es Kleinigkeiten, die den Adrenalinpegel in der Kommunikation steigen lassen: das Geschirr ist wieder nicht eingeräumt, die Dusche ist nicht ausgerieben, das offene Fenster wurde nicht wieder bald geschlossen, ein Termin wurde nicht eingehalten…und immer ist dann der andere schuld…
Das ist ja das Schöne in Familie und Ehe: man hat immer einen Sündenbock, den anderen.
In unserer Familie gibt es ein geflügeltes Wort: ‚Was ist schon ein Fleck im Lichte der Ewigkeit?’
Das ist ein Satz, den wir von einer anderen Familie gehört haben, wo ein Gast einen üblen Fleck, Rotwein-Flecken auf dem Sofa hinterlassen hatte, und die Gastgeberin die peinliche Lage mit diesem Satz ‚entschärft’ hatte.
Ein solcher Fleck und weitere Flecke sind sicher schlimm..- aber doch nie so schlimm, dass sie Gottes ewiges Ja zu uns – bekundet in Jesus Christus – aus den Angeln heben könnten und uns seinen Frieden streitig machen könnten.
Trotzdem müssen wir zugestehen: das Leben ist halt so, dass uns der Frieden abhanden kommt und unser Nein zueinander uns so verletzt, schmerzt und kaputtmacht, dass wir das JA von Gott nicht mehr hören oder glauben können.
3. Gottes Ja befreit uns zu Offenheit und Ehrlichkeit
Jetzt sind wir wieder auf der menschlichen Ebene: hier muss Paulus noch von seinen Beweggründen reden. Während die Korinther seinen hinausgeschobenen Besuch negativ auslegten – und das alte Lied ‚Typisch Paulus!’ wieder anstimmten – erläutert der Apostel, dass er aus gutem Grunde warten wollte. Das soll dem Verständnis dienen, nicht unbedingt der Entschuldigung.
Manchmal ist eine größere Offenheit auch für uns belastend. Dann sind wir leider geneigt, erstmal zu fragen: Was ist die Reaktion des anderen? Was will er hören? Und diese Antwort schon vorwegnehmend, werden unsere Worte etwas geschönt…dass sie gefälliger und freundlicher sind.
Das ist sicher auch eine Gabe, aber es kann zur Gefahr werden, wenn wir uns immer mehr hinter Menschengefälligkeit und Menschenfurcht verstecken. Dann verbiegen wir uns und sagen nur das, was andere gern hören wollen.
Wenn uns aber Gottes JA trägt, dann können wir auch Wahrheit aushalten, ob sie nun uns oder andere schmerzt.
Aus Studienzeiten habe ich eine kleine Geschichte behalten. Eine Vermieterin hatte unserem Bekannten einmal etwas Gutes tun wollen und hatte ihm eine Suppe gemacht, die ihm aber – wie es sich herausstellt – überhaupt nicht schmeckte. Bevor er sich alles runterwürgte, hatte er sich entschlossen, die Suppe ins Klo zu kippen, in der Hoffnung, dass die Frau nicht nachfragte. Sie fragte aber nach: Was sagte er? Er antwortete wahrheitsgemäß: ‚Ich habe die Suppe ins Klo gekippt!’
Ich selbst hätte nicht den Schneid gehabt und die Suppe unter Qualen lieber brav ausgelöffelt. Könnten wir dem andern, dem ach so lieben und freundlichen und hilfsbereiten Gemeindebruder oder – schwester sinngemäß ehrlich sagen: ‚Ich habe deine Suppe ausgeschüttet. Ich konnte sie nicht essen..?’ Es tut mir leid, bei aller Freundschaft, aber hier gehen wir zwei ganz verschiedene Wege. Wenn wir Gottes Ja für beide glauben, dann können auch mal harte Unterschiede stehen bleiben.
4. Auf Gottes Ja sollen wir unser Amen sagen
Amen, heißt übersetzt: Ja, so soll es sein!
Die hebräische Art der Zustimmung. Kommt uns irgendwie bekannt vor.
Man soll nicht kritiklos ‚auf alles Ja und Amen sagen’ – wie wir es sprichwörtlich sagen, aber auf Gottes Liebe sollen wir ‚Ja und AMEN’ sagen. Von dieser Stelle heute kommt übrigens diese Wendung.
Wer so vorbehaltlos Ja zu uns sagt, wer uns so innig liebt, wer uns so in die Arme schließt, auch wenn wir noch nach ihm schlagen – der freut sich, wenn wir Antwort geben – jetzt oder später.
Das Schlimmste ist für ihn, wenn wir teilnahmslos sind. Wenn seine Zuwendung und Wertschätzung an uns abperlen wie Regen an der Gummijacke.
Ablehnung, Auseinandersetzung, Kampf, Widerspruch, Zweifel u.a. ist nicht so schlimm wie Gleichgültigkeit oder Vergesslichkeit gegenüber diesem Ja.
Kennen Sie die Geschichte vom Prinzen und seiner Braut, dem Bauernmädchen?
Er, der vornehme Prinz. Sie, ein einfaches Bauernmädchen.
Er ist einzigartig, sie ist schlicht und unscheinbar. Nicht hässlich, aber sie kann es sein, und sie ist es oft: Sie ist häufig mürrisch und griesgrämig und schlecht gelaunt. Nicht gerade ein Mensch, mit dem man zusammen leben möchte.
Doch für den Prinzen ist sie der Mensch, ohne den er nicht leben kann. Also macht er ihr einen Heiratsantrag. Auf dem staubigen Fußboden ihrer Bauernhütte kniet er nieder, nimmt ihre Hand und bitte sie, seine Braut zu werden.
Sie haucht ‚Ja’. ‚Ich komme bald zurück’, verspricht er.
‚Ich werde auf dich warten’, gelobt sie.
Niemand hält es für seltsam, dass der Prinz fortgeht. Er ist schließlich der Sohn des Königs. Sicherlich hat er Arbeit für das Königreich zu verrichten. Nicht seine Abfahrt ist seltsam, sondern ihr Verhalten während seiner Abwesenheit.
Sie vergisst, dass sie verlobt ist! Man würde meinen, die baldige Hochzeit ginge ihr nicht aus dem Sinn. Doch dem ist nicht so. Man würde meinen, sie spräche ständig von dem großen Tag. Aber nein. Einigen ihrer Freundinnen hat sie nie von dem Ereignis erzählt. Tage – ja Wochen – vergehen, und sie erwähnt seine Rückkehr mit keinem Wort. Nun, manchmal amüsiert sie sich sogar mit den Männern vom Dorf und flirtet und tuschelt mit ihnen am helllichten Tag.
Ist das ein Gleichnis für uns? Die Bibel beschreibt an einigen Stellen die Beziehung Gottes, von Jesus zu seiner Gemeinde wie eine Verlobung eines wunderbaren Prinzen mit einem eigensinnigen, spröden Mädchen(Hosea 2,21: Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit’). Gott hat sein JA zu uns schon gesprochen. Er wartet auf unser Amen: Ja, so sei es.
Der 4.Advent hat zum Thema die nahe Ankunft Gottes.
Der Wochenspruch drückt es aus: Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freut euch! Der Herr ist nahe! (Philipper 4,4-5).
Auf ihn warten, ihn erwarten, zu seinem JA unser AMEN sprechen, seine Liebe erwidern, und sich darauf freuen, den Verlobten einmal zu sehen – das allein ist unsere Aufgabe.
Eine wunderbare Aufgabe, wachsam den Blick nach vorne gerichtet zu halten, auf den zurückkehrenden Prinzen, den wiederkommenden Herrn – um ihn dann von Angesicht wiederzusehen.
Der Kirchenvater Augustinus hat einmal das folgende Experiment aufgestellt. „Stellen Sie sich vor, Gott würde zu Ihnen sagen: „Ich mache ein Geschäft mir dir, wenn du willst. Ich gebe dir alles, worum du bittest: Vergnügen, Macht, Ehre, Reichtum, Freiheit, sogar Seelenfrieden und ein gutes Gewissen. Nichts wird Sünde sein; nichts wird dir verboten werden und nichts wird dir unmöglich sein. Du wirst dich nie langweilen, und du wirst nie sterben. Nur … du wirst mein Angesicht nie sehen.“
Würden wir auf so ein Geschäft eingehen?
Liebe Gemeinde, unsere tiefe Sehnsucht, Jesus zu sehen – sagt uns: Es lohnt sich zu warten. Es lohnt sich, auszuhalten, auf Gottes JA zu trauen, daran festzuhalten, bis der große Tag kommt. Es lohnt sich auch, Entbehrungen auszuhalten.
Dann wird Glauben zum Schauen, dann werden wir ihn erkennen, wie er uns schon längst erkannt hat. Dann werden wir ihn in die Arme schließen und er uns – und Ja und Amen ist auf ewig gültig.
(Ach lieber Herr, eil zum Gericht! Lass sehn dein herrlich Angesicht,
das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit. EG 6,5)