Johannes 15,18-21; Matthäus 10,32f; Markus 10,29f; 1.Korinther 12,26; Hebräer 13,3
Stichworte: Verfolgung, Märtyrer, Islamisten
Texte:
Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wärt ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. - Johannes 15, 18-21
Jesus sagt: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Matthäus 10,32f
Jesus sagt: Das sollt ihr wissen: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz aufgibt, um mir zu folgen und das Evangelium weiterzusagen, der wird schon hier alles hundertfach zurückerhalten: ein Zuhause, Brüder und Schwestern, Eltern, Kinder und alles, was er zum Leben braucht. All dies wird ihm – wenn auch mitten unter Verfolgungen – hier auf dieser Erde gehören und außerdem in der zukünftigen Welt das ewige Leben. (Markus 10,29f)
Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit,
und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen! 1.Kor.12,26
Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, denn es kann euch jederzeit genauso ergehen. - Hebräer 13,3
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Chorus:
// Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht //
Liebe Gemeinde, liebe nicht-verfolgten Christen,
waren Sie etwas geschockt, als Sie am Kircheneingang das Schild gelesen haben: Christen raus! ?
Erst auf den zweiten Blick waren Sie erleichtert: Christen, raus! … aus der Versenkung,…aus der Isolation. Dieses Schild hatte einmal die SMD für ihre Veranstaltungen verwendet, und damit sowohl provoziert, als auch mutig aus der Vereinzelung herausgelockt und zum Mitmachen motiviert.
Christen raus!? –
Manchmal geschieht das im wirklichen Leben, nicht immer wird es laut gerufen, aber die ‚Christen raus!’-Haltung kann man spüren.
-Wurden Sie vielleicht mal nachts durchs Telefon aus dem Bett gerissen, hat Sie jemand mit Beschimpfungen überschüttet, bedroht – sodass sie die ganze Woche nicht mehr ruhig schlafen konnten, sodass Sie die Telefonnummer abgemeldet und eine Geheimnummer zugelegt haben? Schauen Sie im Alltag eingeschüchtert nach links und rechts, um nach verdächtigen Menschen Ausschau zu halten?
-Hat vielleicht ein Bundesamt für religiöse Angelegenheiten sie angeschrieben und vorgeladen, damit sie sich dafür erklären, was sie neulich am Arbeitsplatz von Jesus gesagt haben?.
-Hat sie die Polizei verhört, weil sie so oft in die Kirche kommen – und auch noch diesen christlichen Club mit Geld unterstützen?
Alles das ist nicht passiert – gottlob! Nein, hier sind sie willkommen!
Und ein Bundesamt für religiöse Angelegenheit haben wir nicht.
Aber wenn Sie in einem anderen Land leben würden, sie würden z.B. Christ werden in einem muslimischen Land, in einem kommunistischen Land, sie hätten sofort mit Konsequenzen zu tun.
Und wenn Sie dort christliche Kirchen sehen, und sie möchten da hinein, dann werden Sie nicht in alle Kirchen hineingelassen. Sie werden vielleicht als Neuer misstrauisch beäugt werden (sie könnten ein Spion sein), oder es würde Ihnen gleich nahegelegt, woanders in die Gemeinde zu gehen, weil man selbst am Ort nur Scherereien bekäme. So passiert es im Iran oder in Ägypten, weil sich dort die wenigen christlichen Kirchen sehr abgekapselt haben, damit ihnen keine Nachteile erwachsen.
Es ist nicht nur so, dass ‚Christen raus!’ die Haltung von hasserfüllten Menschen und Nichtchristen ist, sondern auch von christlichen Gemeinden, die Angst vor jeder Öffnung nach außen haben.
Denken wir mal durch, wie das für uns wäre!
-Wenn wir abgewiesen würden, weil es sich herumgesprochen hat, dass sie in die Kirche gehen.
-Wenn wir schief in der Nachbarschaft angesehen würden..
-Wenn es in manchen Geschäften Mode wird, den Christen nichts mehr zu verkaufen, oder sie zu betrügen – ähnlich wie im 3. Reich bei den Juden!
-Wenn ein Klima aufkommt: Christen sind eigentlich keine richtigen Menschen. Das sind verbogene, irregeleitete Psychopathen – die Ewiggestrigen, die das noch immer nicht gemerkt haben (wie es im Kommunismus oft gesehen wurde).
- Wenn die Menschen glauben, Christen sind Gotteslästerer, weil sie an 3 Göttern (Vater, Sohn, heiliger Geist) glauben. Christen haben sich dem Alkohol und dem Sex schamlos verschrieben, außerdem nehmen sie die heiligen Schriften selber nicht ernst (so wie wir in den Augen der muslimischen Eiferer gesehen werden).
Egal aus welchen Gründen, Fakt ist: viele Christen haben mit Ausgrenzung, Spott, Benachteiligung, Rechtsverfolgung, Gefängnis bis hin zu Todesandrohung zu kämpfen.
Was könnten wir aushalten? Wo wäre unsere Schmerzgrenze?
Könnten wir den 4. Vers von ‚Ein feste Burg..’ auch noch laut und trotzig singen,wo es heißt: ..Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: lass fahren dahin, sie haben’s kein Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben. (EG 362,4; 1529 M.Luther) ?
Man sagt, in den letzten 100 Jahren sind weltweit mehr Christen verfolgt und umgebracht worden, als je zuvor. Christenverfolgung nimmt wieder zu. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und einer Zeit relativer Ruhe kommen erneut starke ideologische Ansprüche seitens totalitärer oder religiös geprägter Politik auf.
Die Zahl der christlichen Märtyrer liegt ungefähr bei 170.000 jährlich, geschätzt.
Wie viele Christen darüber hinaus gefoltert, schikaniert oder vertrieben werden, kann nicht genau geschätzt werden. Man rechnet mit 200 Millionen. Auch die Zahl der behördlichen Willkürmaßnahmen, Schließung von Kirchengebäuden, verweigerte Ausbildung für Kinder christlicher Eltern gehört dazu. Christenverfolgung ist eine der verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen – aber nicht nur Christen, auch Minderheiten aus anderen Religionen haben in der jetzigen Zeit schwer zu leiden.
Die allgem. Erklärung der Menschenrechte hört sich gut an, wird aber in vielen Ländern nicht eingehalten:
„Jedermann hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Unterricht, Ausübung, Gottesdienst und Beobachtung religiöser Bräuche zu bekunden.“
Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948)
Mein erster Punkt lautet: Die Augen öffnen.
(DVD Impuls – afrikanische Frau in Nigeria steht vor der zerstörten Kirche, und erzählt, wie Islamisten eines Tages alle Männer ermordeten. Februar 2004 – 1.500 Männer sterben durch Gewalt der muslim. Extremisten)
Ähnlich in Indonesien – wo an den Mauern der abgebrannten Kirchen oft das Wort Dschijhad steht. In den letzten Jahren wurden Hunderte von Kirchen abgebrannt oder zerstört.
Wir müssen die Not der Glaubensgeschwister wahrnehmen!
Wir müssen uns über die Menschen informieren, die das Christentum hassen.
Was sind ihre Motive?
Was sind die Verdrehungen, Verzerrungen und Lügen, die über die Christen in Umlauf gebracht werden?
Wir leben sicher auf einer Insel der Seligen; aber wir müssen auch wahrnehmen, was rings um die Insel herum an Unrecht geschieht.
Wenn wir uns informieren, werden wir erkennen, dass zB die Menschenrechte in anderen Kulturen und Religionen oft völlig anders verstanden werden als bei uns.
Wir sollen wissen, dass der Islamismus mit den verschiedensten Gruppierungen nicht nur aus gelegentlich überdrehten politisch fanatischen Randgruppen oder aus Kriminellen besteht, sondern dass die Islamisten eine weltweite agierende, intelligente, absichtsvolle, tief-religiöse Bewegung ist, die nach und nach Europa erreicht – und die sich streng auf den Koran bezieht.
Und die mit der gleichen Mentalität – wie damals bei den christlichen Kreuzzügen – mit dem Feind brutal umgeht: aufgeschlitzte Bäuche, verstümmelte Menschen, - und heutzutage natürlich auch Bomben.
Die Islamisten zielen auf gesellschaftliche Änderung hin zu einem gottergebenen, islamischen Gottesstaat, in dem der Koran und die Scharia eingehalten werden. Der Umsturz wird angetrieben durch einen zwar blinden, aber heiligen Eifer für Allah, der bereit ist, sein Leben hinzugeben, um im ‚heiligen Krieg’ möglichst viele Ungläubige, Gottlose – inklusive Juden und Christen – zu vernichten. Diese Leute werden verehrt als Märtyrer für eine große Sache verehrt.
Zitate aus dem Buch von Mark. A. Gabriel, - ehemals Professor für Islamische Geschichte an der der Al-Azhar Universität in Kairo: Islam und Terrorismus – Was der Koran wirklich über Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt. Verlag Resch, München, 2005
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Sicher ist wichtig, die verschiedenen Gruppen innerhalb des weltweiten Islam zu unterscheiden: die säkularen Muslime, die traditionellen Muslime (die den Dschijhad als geistige Auseinandersetzung verstehen), und die fundamentalistischen Muslime (die die entsprechenden Suren 1:1 umsetzen wollen)
(Vgl. die Essener Erklärung: Muslime für Dialog, Integration und Frieden. Und die Spannung zwischen den entsprechenden Suren aus Medina und aus Mekka)
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Aktuelles Beispiel: der Iran.
Die Äußerungen des frisch gewählten iranischen Präsidenten zur Auslösung von Israel. Mahmud Ahmadinedschad hatte in einer Rede auf einer Konferenz mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus" in Teheran unter anderem Khomeini zitiert: "Der Imam sagt, dass Israel von der Weltfläche getilgt werden muss. Das ist ein sehr weiser Satz." Weiter sagte er: "Ohne Zweifel wird die neue Welle, die durch Palästina rollt, ... sehr bald diesen Schandfleck beseitigen." Außerdem hatte der neue iranische Präsident gesagt: "Das Problem Palästina ist nicht ein Problem, bei dem man mit Kompromissen weiterkommt." (Spiegel online)
Christenvefolgung ist aber nicht nur ein Problem der Konfrontation mit eifernden Muslimen, es gibt auch Verfolgung durch extremistischen Hindus in Indien oder durch den Kommunismus in Nordkorea (Nr.1 auf dem sog. Weltverfolgungsindex)
Zum Stichwort ‚Die Augen öffnen’ – gehört auch: Lesen, was in der Bibel steht, was Jesus sagte, z.B.:
Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wärt ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. - Johannes 15, 18-21
Zweiter Punkt: Der Furcht entgegentreten.
Angst ist kein guter Ratgeber. Das Augenöffnen soll nicht den Schrecken zementieren, sondern zu einer aufgeklärten und wohlüberlegten Haltung führen. Ich erinnere an die Predigt vom letzten Sonntag über
Matthäus 10, 26 u. 28: Fürchtet euch nicht vor denen, die euch bedrohen…
Habt keine Angst vor den Menschen, die zwar den Körper, aber nicht die Seele töten können! Fürchtet euch vielmehr vor Gott, der Leib und Seele in der Hölle vernichten kann..
Beispiel von Sophie Scholl, eine überzeugte Christin, die als schon Verurteilte den im Gerichtssaal sitzenden Nazis zurief: Euer Terror ist bald vorbei!’ Sie wusste, was vor Gott gilt, - dass Gott das letzte Wort hat, dass man darum keine Angst zu haben braucht!
Widerstand ist die normale Folge im Leben eines Christen.
Wir leben mitten in einer Welt mit Anfragen, Zweifel, Unverständnis, Spott, Ausgrenzung –
Aber wir sehen tiefer – Gott hat das letzte Wort.
Jesus sagt: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!
Darum: es ist wichtig, dass unser Glaube widerstandsfähig wird, dass er tiefe Wurzeln bildet.
Wie es im Gleichnis vom den 4-fachen Ackerfeld aufgezeigt ist: nur das Getreide, das tiefe Wurzeln treiben konnte, hatte Zukunft und trug Frucht und starb nicht ab, - es konnte Dürre, Hitze aushalten.
In Indien macht die Organisation OpenDoors sog. Verfolgungsseminare – weltweit ist das Ziel, ca. 40 000 Leiter durch diese Seminare widerstandsfähig zu machen (SSTS Seminare: Standing strong through the storm!)
Außerdem sagt Jesus, gibt es noch einen geheimnisvollen Ausgleich.
Jesus sagte: Das sollt ihr wissen: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz aufgibt, um mir zu folgen und das Evangelium weiterzusagen, der wird schon hier alles hundertfach zurückerhalten: ein Zuhause, Brüder und Schwestern, Eltern, Kinder und alles, was er zum Leben braucht. All dies wird ihm – wenn auch mitten unter Verfolgungen – hier auf dieser Erde gehören und außerdem in der zukünftigen Welt das ewige Leben. (Markus 10,29f)
(Chorus: Meine Hoffnung und meine Freude…)
Dritter Punkt: den Verfolgten beistehen
Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit,
und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen! 1.Kor.12,26
Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, denn es kann euch jederzeit genauso ergehen. - Hebräer 13,3
Ich bitte Sie, eine Petition für einen iranischen Pastor zu unterschreiben, der 3 Jahre im Gefängnis verbringen muss (nähere Erklärung)
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Abschluss mit einem Liedwunsch, einem Gebet von einem inhaftierten und verfolgten Christen aus seiner Todeszelle:
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast. (EG 652, 1b und 2)