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Predigttext

Ein Retter für die Sturmflut des Lebens
24-12-04 17:00
Alter: 6 yrs


VON: TH.ENZNER



Lukas 2, 1-20 und Verheißungen


 

Stichworte: König, Retter, Sturmflut, David, Kind, Krippe, Vertrauen

Text: Lukas 2, 1-20; Lukas 1, 26-33.38; Jeremia 23, 5-6; Jesaja 9, 5-6 und 11,1-2

 

Jeremia 23, 5-6

 

5 Es kommt der Tag, an dem ich einen Nachkommen Davids zum König mache, den man wirklich als gerecht bezeichnen kann. Er wird weise regieren und in seinem Land für Recht und Gerechtigkeit sorgen. 6 Unter seiner Regierung wird Juda Hilfe finden und Israel in Sicherheit leben. 'Der Herr, unsere Rettung', so wird man diesen König nennen.

 

Jesaja 9,5-6

 

5 Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn «Wunderbarer Ratgeber», «Starker Gott», «Ewiger Vater», «Friedensfürst». 6 Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Wie sein Vorfahre David herrscht er über das Reich, festigt und stützt es, denn er regiert bis in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit. Der Herr, der allmächtige Gott, sorgt dafür, er verfolgt beharrlich sein Ziel.

 

Jesaja 11,1-2 Das Friedensreich des Messias

1 Was von Davids Königshaus noch übrigbleibt, gleicht einem alten Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. 2 Der Geist des Herrn wird auf ihm ruhen, ein Geist der Weisheit und der Einsicht, ein Geist des Rates und der Kraft, ein Geist der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem Herrn.

 

Lukas 1, 26-33.38 Ein Engel verkündet Maria die Geburt Jesu

26-27 Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel zu einem Mädchen nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. Das Mädchen hieß Maria und war mit Joseph, einem Nachkommen des großen Königs David, verlobt. 28 Der Engel kam zu ihr und sagte: «Sei gegrüßt, Maria! Gott will dich beschenken. Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.» 29 Maria fragte sich erschrocken, was diese seltsamen Worte bedeuten könnten. 30 «Hab keine Angst, Maria», redete der Engel weiter. «Gott liebt dich und hat etwas Besonderes mit dir vor. 31 Du wirst ein Kind erwarten und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. 32 Er wird mächtig sein, und man wird ihn Gottes Sohn nennen. Die Königsherrschaft Davids wird er weiterführen 33 und die Nachkommen Jakobs für immer regieren. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.»

 

38 «Ich will mich Gott ganz zur Verfügung stellen», erwiderte Maria. «Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.» Darauf verließ sie der Engel.

 

Das Weihnachtsevangelium Die Geburt Jesu

 

Lukas 2, 1-7

1 In dieser Zeit befahl der Kaiser Augustus, daß alle Bewohner des römischen Reiches namentlich in Listen erfaßt werden sollten. 2 Eine solche Volkszählung hatte es noch nie gegeben. Sie wurde durchgeführt, als Quirinius Gouverneur in Syrien war. 3 Jeder mußte in die Stadt gehen, aus der er stammte, um sich dort eintragen zu lassen. 4 Weil Joseph ein Nachkomme Davids war, der in Bethlehem geboren wurde, reiste er von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa.

5 Joseph mußte sich dort einschreiben lassen, zusammen mit seiner jungen Frau Maria, die ein Kind erwartete. 6 Als sie in Bethlehem waren, brachte Maria ihr erstes Kind - einen Sohn - zur Welt. 7 Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall, weil sie in dem Gasthaus keinen Platz bekommen hatten.

 

Lukas 2, 8-14

8 In dieser Nacht bewachten draußen auf dem Feld einige Hirten ihre Herden.

9 Plötzlich trat ein Engel Gottes zu ihnen, und Gottes Licht umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, 10 aber der Engel sagte: «Fürchtet euch nicht! Ich bringe euch die größte Freude für alle Menschen: 11 Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der lang ersehnte Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. 12 Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!» 13 Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: 14 «Gott im Himmel gehört alle Ehre; denn er hat den Frieden auf die Erde gebracht für alle, die bereit sind, seinen Frieden anzunehmen.»

 

 

 

Lukas 2, 15-20

15 Nachdem die Engel sie verlassen hatten, beschlossen die Hirten: «Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und wovon Gottes Engel gesprochen hat.» 16 Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Joseph und das Kind, das in der Futterkrippe lag. 17 Als sie das Kind sahen, erzählten die Hirten, was ihnen der Engel gesagt hatte. 18 Und alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt. 19 Maria aber merkte sich jedes Wort und dachte immer wieder darüber nach. 20 Dann kehrten die Hirten zu ihren Herden zurück. Sie lobten und dankten Gott für das, was sie in dieser Nacht erlebt hatten. Alles war genau so, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.

 

...............

 

Haben sie an Weihnachten auch zwiespältige Gefühle?

 

Einerseits ist man angetan vom Lichterglanz, von den vielen Erwartungen, der Vorfreude, von den kleinen Geheimnissen – andrerseits stellt sich leicht ein Überdruss ein:

Muss denn das alles sein? Mit Shopping, Rennen, Laufen, Hetzen, Schnäppchen-suchen, Erledigen, Weihnachtsfeiern, Verwandtschaftsbesuchen und unendlich vielen Lebkuchen..?

 

Es kommt darauf an, was wir in den Mittelpunkt stellen…

 

Natürlich sollen die Vorbereitungen hinhauen.., die Geschenke sollen eingepackt, das Einkaufen erledigt sein, die Besuche abgesprochen sein, natürlich soll zuhause alles schön gemacht, das Festessen gut geplant sein. Aber soll das alles sein? Sie erwarten ja mehr – vielleicht sind sie darum auch hier?

 

Nochmal: Was ist die Mitte unserer Anstrengungen? Was ist das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit?

 

Auf unserer Karte hier steht im Zentrum ein zärtlicher Kuss.

Eine Mutter ist von ihrem Neugeborenen angetan und ergriffen, dass sie das Kind hochhebt und vorsichtig küsst.

Vielleicht denkt sie: mein erstes Kind, was für ein Wunder, diese Geburt und das hier im Stall. Die Mutter ist erschöpft und beglückt. Sie schnuppert an der sanften Babyhaut…!

 

Der Künstler (Sieger Köder) hat diesen Kuss in die Mitte gesetzt.

 

Maria, im königsblauen Mantel eingehüllt, hingegeben ihrem Kind:

Was wird aus ihm werden? Ist er die Antwort auf die alten Versprechungen – wir hörten einige vorhin in den Lesungen - ?

Dieses Kind, so verletzlich, schwach und ohnmächtig – er soll ein Sohn Gottes genannt werden? Maria zärtlich, staunend, zweifelnd, fragend.

 

Hinter dem Kind ein Hirtenmädchen, ergriffen von diesem Wunder, die Hände anbetend gefaltet, über dem Mädchen ein Lichtschein – der Stern von Bethlehem – er leuchtet schwach in die Hütte, er leuchtet diesen innigen Kuss an und in der Verlängerung über die Krippe hinaus auf einen Mann, der so versunken am unteren Bildrand auftaucht, die rechte Hand erwartungsvoll ausgestreckt.

 

Das ist der König David, der schon 1000 Jahre vor Jesus lebte. Der Künstler hat hier die jahrhundertealte Erwartung auf einen Retter hineingemalt. Die Erwartung richtete sich auf einen Nachkommen von David, der von Gott ausgewählt wird, von Gott selber geschickt wird, der einmal zu seiner Zeit das Reich Gottes in Frieden und Gerechtigkeit aufrichten wird. David ist umrahmt mit Christ-Rosen – (das erinnert symbolisch an unser vorhin gesungenes Lied: Es ist ein Ros entsprungen! Gleichnis für den Spross, den jungen Trieb, den Abkömmling aus der Davidsnachkommenschaft..)

 

Es bleibt noch eine Figur übrig: oben links. Es ist Joseph, sein Kopf ist seltsam verdreht, als würde er diesen wunderbaren Augenblick verschlafen. Er ist erschöpft, den Mund halb geöffnet, vielleicht schnarcht er – er ist in einer anderen Welt. Vielleicht begreift er auch nicht ganz das, was hier in der Hütte geschieht. Schlafend ist er in einer anderen Welt. Die Bibel erzählt, dass Gott im Traum zu ihm redet und ihn auf die Gefahr durch Herodes hinweist.

 

Nun, liebe Gemeinde, solch ein Bild können wir auf zwei Arten betrachten – einmal als Zuschauer, und einmal als Mitbeteiligte:

 

Ein Zuschauer empfindet vielleicht dieses Bild als anrührend, evtl. sogar kitschig, irgendwie süß, aber er ist vom Geschehen weit weg – ein Mitbeteiligter stellt sich quasi in Gedanken neben die Krippe – und er fragt sich, was durch die Köpfe dieser Leute gegangen ist:

 

Wer ist eigentlich dieses Kind? Ist das wirklich ein Königskind – der versprochene Retter? Ist es eine Person, die für mich eine Bedeutung hat? Stell dir vor, du wärst Maria, oder Joseph oder ein Hirte..?!

 

Vor kurzem wurde im Strandbad am Baldeneysee ein Film über die Sturmflut 1962 gedreht. Beeindruckende Kulissen, die Häuser geflutet, das Filmteam steht im Wasser, die Windmaschine läuft, das Wasser spritzt, die Menschen schreien..eindrucksvolle Szenerie…aber das Ganze, das weiß jeder, ist doch nur Kulisse, und die Handlung ist nachgespielt.

 

Der Anlass ist eine schreckliche Katastrophe in Hamburg, bei der mehr als 300 Menschen ertranken. Gut 40 Jahre danach wird nun diese Katastrophe mediengerecht ins Bild gesetzt. Der Sender wird in einem Jahr auf hohe Einschaltquoten hoffen. . In gut einem Jahr werden wir uns den Streifen bequem in einem Fernsehsessel sitzend reinziehen. Gerade wir aus Essen werden staunen, welche Spannung man im Baldeneybad erleben kann..

Die Leute werden sicher sagen: Toll, ausgezeichnete Bildführung, dramatische Familienschicksale, gute Regie. Super Film!

 

Wir haben an Weihnachten auch große Einschaltquoten – kirchenmusikalische Leckerbissen, weihnachtliche Motive, gottesdienstliche Angebote.. usw.. Und wenn wir Krippenspiele ansehen, - dann ist das zunächst natürlich alles Attrappe, und wir können applaudieren und unsre Kinder beim Krippenspiel loben – und wir wissen, das ist nur nachgespielt, aber es weist auf eine dramatische Geburt vor 2000 Jahren hin.

 

Dieses Jesus-Kind ist damals in die Welt gekommen. Mit einem großen Anspruch: es sollte der von Gott geschickte König sein – der die Menschen, auch uns, mit Frieden und Gerechtigkeit beschenkt (siehe Lesungen). Und jetzt ist die Geschichte nicht mehr fern, jetzt geht sie uns an. Frieden und Gerechtigkeit braucht jeder.

 

In unserer Politik wird immer wieder die sogenannte K-Frage heiß diskutiert.

Wer wird Kanzler, bzw. wer wird Kanzlerkandidat?

 

Das heißt im Klartext: Wer hat die Macht über uns? Wer bestimmt über uns und mich?

Diese Frage war natürlich damals genauso wichtig.

Die Menschen fragten, wer wird König, wer hat über mich zu bestimmen?

Wer hat das Sagen in Sachen Frieden, Gesetze, Ordnungen usw..

 

Die K-Frage geht jeden an – als erstes natürlich Maria:

Maria bewegte die Frage in ihrem Herzen: mein Kind, der verheißende Friedenskönig, der Messias, d.h. der Retter, der die Mächtigen vom Thron stürzt und die Armen aus dem Staub erhebt.. ist er das?

Was sie sicher wusste: Gott hat mit diesem Kind viel vor, - darum will sie ihn ehren, schützen, bewahren, anbeten!

 

Auch das Hirtenmädchen betet das Kind an..wahrscheinlich ist es angetan von der Schönheit und Unschuld des Kindes, der Gegensatz zur rauen Hirtenwirklichkeit … sie staunt, dass die Engel auf dem Feld von genau diesem Kind geredet haben: hier ist es, wie angekündigt!

 

Auch David am unteren Bildrand – in einem alten Psalm, verehrt er schon den, der nach ihm kommen soll.(Psalm 110,1)

 

Und wie steht es mit uns? Wie entscheiden wir für uns in der K-Frage? Wer darf über uns, über Sie, bestimmen?

 

Im politischen Alltag wird die K-Frage durch andere entschieden.

Aber in Ihrem Herzen, da entscheiden Sie:

Wer darf da bestimmen? Wer ist König in ihren Herzen? Wem erlauben Sie, dass er ihnen ins Gewissen reden darf? Wer darf sie schützen, ihnen Frieden schenken, ihr Leben sicher machen, sodass es Bestand hat bis in Ewigkeit?

 

Ich komme nochmal auf den Film zurück.

Für mich ist das ein Gleichnis auf unser Leben.

Wir sind oft Zuschauer anderer Katastrophen, wir spielen vieles in Gedanken durch –

aber wie gehen wir damit um, wenn die Sturmflut in unser eigenes Leben kommt und alle unsere Sicherheiten hinwegrafft?

Was machen wir, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht?

Wenn alle Dämme, die wir aufbauten, nicht mehr halten?

 

-Wenn unsere Beziehung zerbricht – und wir überschwemmt werden von Trauer, Schmerz, Wut, Ohnmacht?

-Wenn wir bei der Prüfung durchfallen?

-Wenn sich Schulden über Schulden aufhäufen?

-Wenn wir plötzlich arbeitslos werden, - wenn der Krebs wieder aufflammt?

-Wenn ich an mir selbst verzweifle – und nicht mehr leben möchte?

-Wenn unsere weitgesteckten Ziele schon im Anfang stecken bleiben?

-Wenn wir in den Strudel der Schuld geraten, und immer wieder verletzt werden und verletzen – gefangen im heilloser Zirkel von Vergeltung?

 

Glauben sie ja nicht, dass das Leben so gemütlich und nett mit Kerzenschein und Plätzchen daherkommt…Dass es nur so kleine Schauer oder Windböen gibt.

Nein, im Leben werden wir durch Stürme geschüttelt und durch Fluten bedrängt, das Wasser geht uns oft bis an den Hals. Wir kommen an unsere Grenzen.

 

In einem Psalm schreit einer im Gebet zu Gott:

‚Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme!...’

Da ist einer über sein eigenes Versagen total verzweifelt und ruft aus tiefster Tiefe und in diesem Gebet gibt er sich am Schluss selber eine tröstliche Antwort:’ .. bei dem Herrn ist Gnade und viel Erlösung bei ihm’ (Psalm 130)

 

In Sturmflut-Situationen ist immer die erste Frage: Wo ist Hilfe und Rettung, also Erlösung? Wo ist die Person, die die Macht hat, um uns zu retten?

 

Nun ist es gottlob so, dass wir hier in der Kirche keine Sturmflut haben, es ist auch relativ gemütlich und warm – aber wir könnten das vorwegnehmen und mal fragen, wer ist für mich vertrauenswürdig? Wem würde ich mein Leben anvertrauen?

 

In manchen Lebensbereichen setzen wir auf das Vertrauen:

-Gebrauchtwagenkauf ist Vertrauenssache.

-Arztwahl ist Vertrauenssache.

-Beratungsgespräche sind Vertrauenssache.

-Seelsorge ist Vertrauenssache.

 

Wem wir unser Leben – inklusive Sturmflutzeiten, inklusive Schuld - anvertrauen, ist auch Vertrauenssache.

Können wir uns Jesus als dem Retter anvertrauen, ihn ehren und anbeten – wie es zB das Hirtenmädchen tut?

 

Jesu Leben ist durch und durch glaubwürdig! Sein Leben war die Nagelprobe auf seine Worte, im buchstäblichen Sinn: die Nägel am Kreuz durchbohrten seine Hände. Er hat es ausgehalten. Weil er uns retten wollte, hat er einen Tod wie ein Verbrecher hingenommen. Er hat sich das gefallen lassen – als Liebesbeweis für uns, als Rettung aus unserer Verlorenheit. Und Jesu Geburt war der Anfang von Gottes Rettungsaktion.

Welt ging verloren, Christ ist geboren… werden wir gleich singen.

 

- Was wir nicht wieder gut machen können – das hat er gut gemacht – durch sein Lieben und Leiden.

- Wo wir am Ende mit unserer Kraft sind, da macht er einen Anfang, wenn er sagt: Ich vergebe dir!

- Wo wir unter Sorgen zu zerbrechen scheinen, da sagt er: Ich sorge für dich und will deine Last mittragen.

 

In unserem Bild hat der Künstler das spätere Leiden Jesu hineingemalt:

Die Balken symbolisieren die Kreuze, und in der Holzwand des Troges sind die vier Buchstaben, die später über dem Kreuz zu sehen sein werden: INRI

Es war damals üblich, den Schuldspruch über den Gekreuzigten zu hängen.

Pilatus, der starke Mann von Jerusalem ließ diese Tafel anbringen.

‚Jesus Nazarenus Rex Judaorum – Jesus aus Nazareth, König der Juden’

Es sollte eine Spott über die Juden sein (so ein armseliger König!), aber Pilatus hat unbeabsichtigt die Wahrheit gesagt: der König über die Juden, - und auch über alle Menschen.

 

Jesus – der König, auch im Leiden. Die rettende göttliche Liebe Gottes ging soweit, dass er seinen Sohn in unsere leidende und schuldige Welt sandte, um uns aus allen Fluten herauszuretten und herauszulieben.

 

Schon von Anfang an wurde Jesus mit dem Bösen konfrontiert:

der Stall war nicht gerade ein königliches Ambiente, das Kind wurde durch Herodes verfolgt. Er wollte alle Nebenbuhler und Königsanwärter ausschalten. Die heilige Familie musste fliehen – und die spätere gute Botschaft Jesu war ständig bedroht durch die herrschende Macht, bis diese es endlich geschafft haben, diesen König ans Kreuz zu bringen.

Der König in der Krippe und am Kreuz!

Aber das ist die Brücke zur Ewigkeit, denn Jesus ist nicht etwa wie ein tapferer Held im Tod geblieben, sondern er ist auferstanden. Gott hat sich zu diesem König bekannt, ihn beglaubigt vor aller Welt – und ihn in die Mitte der Weltgeschichte gestellt – zu unserer Rettung.

 

Die K-Frage ist für uns zugleich eine Vertrauensfrage.

Denn nur durch einen Schritt des Vertrauens kann ich erkennen, ob dieser Jesus heute noch retten und helfen kann.

Ob die ganze Weihnachtsszene nur romantische Kulisse oder echt ist und einen wahren Kern hat, das kann ich nur durch einen Vertrauensschritt ausprobieren.

Ob Jesus ein harmloser Weihnachtsmann ist oder ein königlicher Retter, das entscheidet sich an unserem Vertrauen. Sicher ist das auch ein Wagnis.

 

Die Leute in Hamburg, die sich durch Boote oder Hubschrauber haben retten lassen, standen nicht da und überlegten lange, ob die inszenierten Hilfe auch redlich und solide, gut geplant, nachhaltig finanziert, sauber abgesprochen waren, - sondern sie sprangen mit zitterndem Herzen in das nächsterreichbare Boot.

Wer in das Boot Jesu steigt und sich seiner Hilfe vertraut, der ist gerettet.

 

Weihnachten – ein wunderbares Geschenk für unser bedrohtes Leben.

Es könnte für manchen das Boot in den Fluten seines Lebens sein.

Vielleicht stellen sie sich wie das Hirtenmädchen neben die Krippe und beten mit mir:

 

Jesus,

du Kind und König in der Krippe – ich weiß es nicht, wie ich dir richtig begegnen soll.

Du hast gesagt, dass du Heiland und Retter bist, Davidssohn und Messias. Du bist gekommen, uns aus der Verlorenheit zu retten. Ich bitte dich, rette und hilf auch mir.

 

Mache mich stark in dem Vertrauen, dass ich meine Last – und mich selbst – dir anvertrauen kann. Und wenn die Fluten größer werden, lass mich nicht versinken.

Komm nun zum Fest und gib mir deinem Frieden. Amen.

 








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Änderung:  01:33 22/04 2010