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Predigttext

Vorboten der zukünftigen Welt
05-12-04 10:00
Alter: 6 yrs


VON: TH.ENZNER



Matthäus 24,1-14


Stichworte: Wehen, Krieg, Verfolgung, Endzeit

 

1 Als Jesus den Tempel verließ, kamen seine Jünger und wollten ihm die riesigen Ausmaße der Tempelanlage zeigen. 2 Da sagte Jesus zu ihnen: «Ja, seht euch alles genau an! Denn ich sage euch: Alles hier wird so zerstört werden, daß kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.» 3 «Wann wird das geschehen?» fragten ihn später seine Jünger, als er mit ihnen am Abhang des Ölbergs saß. «Welche Ereignisse werden deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen?»

4 Jesus antwortete: «Laßt euch von keinem Menschen täuschen und verführen! 5 Denn manche werden von sich behaupten: 'Ich bin Christus!' Und viele werden sich von solchen Betrügern irreführen lassen. 6 Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, achtet darauf, aber erschreckt nicht! Das muß geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. 7 Die Völker und die Machtblöcke der Erde werden gegeneinander Kriege führen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8 Doch das ist erst der Anfang vom Ende; so wie die ersten Wehen einer Frau, die ein Kind zur Welt bringt. 9 Dann werdet ihr gefoltert, getötet und in der ganzen Welt gehaßt werden, weil ihr zu mir gehört. 10 Manche werden ihren Glauben verleugnen, einander verraten und hassen.

11 Falsche Propheten werden auftreten und viele verführen. 12 Und weil Gottes Gebote mißachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Und die Liebe wird bei vielen erlöschen. 13 Wer aber bis zum Ende durchhält, der wird gerettet.

14 Die Heilsbotschaft vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst wird das Ende kommen.

..............

Predigtgedanken:

1. Imposant und dennoch vergänglich

2. Fünf Dinge werden uns weh tun

3. Das Beste kommt noch:

Kein Schrecken ohne Ende, sondern ein Ende mit Erlösung.

 

 

Liebe Gemeinde,

 

haben Sie schon mal richtig gestaunt über imposante Gebäude?

 

In diesem Jahr kam ich in Malmö, einer Stadt in Südschweden, richtig ins Staunen:

Da entsteht ein Wahrzeichen, ein Hochhaus, das die Stadt weit überragt, der sog. ‚turning torso‘, - ein in sich verdrehtes Hochhaus! Während die einzelnen Fertigteile hochgezogen werden, ist unten schon in einem Ausstellungsraum das fertig geplante Hochhaus zu bewundern. Viele Superlative im Hinblick auf Statik, auf Komfort, auf Sicherheit und natürlich auch auf Finanzen.

Neugierige Leute drängen sich. Es sind noch Appartements zu kaufen. Wer viel Geld hat, kann sogar eine Suite mit Aussicht auf die Öresundbrücke haben. Diese Brücke ist übrigens auch Europas größte, höchste Brücke..

 

Zu Jesu Zeiten gab es auch imposante Gebäude, die wir teilweise heute noch bewundern.

Jesus geht mit seinen Jüngern im Tempel umher, die Jünger zeigen ihm die gewaltigen Ausmaße des neu errichteten Herodianischen Tempels..

 

‚Jesus - was sind das für Ausmaße!, was sind das für Steine, und diese Kapitelle, die Schnitzereien, das Gold und Silber..., könnte das nicht schon für die Ewigkeit gebaut sein..?‘

(Klagemauer-Quader lassen noch heute die gewaltigen Größenordnungen erkennen, Tempelplatz hatte eine Fläche von 14ha und gehörte zu den großen Sakralanlagen des römischen Reiches )

 

Aber Jesus dämpft diese Bewunderung: ‚Alles hier wird zerstört werden, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt‘.

Das war provokativ, so etwa, wie wenn wir sagen würden: der RWE-Turm wird’s nicht mehr lange machen! Wenn heute jemand so etwas sagen würde, dann wäre sofort der Sicherheitsdienst oder Herr Schily persönlich alarmiert.. ein Attentat, ein Terrorakt?

 

Als sie unten am Ölberg waren und die gewaltige Tempelanlage vor Augen hatten, da fragten sie:

 

Wann, Jesus? Sag uns, wann wird das so sein? Werden wir das noch erleben? Ist es in der nächsten Generation? Oder am Ende der Zeiten?

Und was sind die Merkmale, dass diese Welt - und mit ihr der Tempel - aufhören wird?

Wann kommst du am Ende der Zeit und wann kommt die neue Welt Gottes?

 

Fragen über Fragen..

Da nennt Jesus einige Zeichen, an denen man die zu Ende gehende Zeit erkennen kann.

Schmerzliche Zeichen. Merkmale, die die Menschen aufwühlen, schütteln, in Not bringen - wie bei den Geburtswehen der werdenden Mütter.

 

Es sind mindestens 5 Dinge, die uns weh tun - (sozusagen ein Adventskalender der Schrecken):

 

1. Verführung

 

Es stehen Menschen auf, mit einem ungeheuren Machtanspruch. Es sind starke Führer, aber auch unheimliche Ver-führer. Die römischen Kaiser hatten zB einen Totalitätsanspruch. Sie sagten: Sie wären die Retter - nichts anderes bedeutet ‚Christus‘. Sie wollten Heilsbringer sein, sie ließen sich als Gott oder göttlich verehren - und wer das nicht tut, der bekam gewaltig Druck.

Der letzte Verführer in Deutschland war Adolf Hitler, in Nord-Korea ist es Präsident Kim, der mit Allmacht herrschen will; im Irak war es Saddam Hussein usw..

Hier mahnt Jesus zur Skepsis: Seid vorsichtig, prüft genau, was sie sagen und was sie tun...

 

2. Kriege und Unruhen

 

Verschließt davor nicht die Augen, - lasst euch aber nicht erschrecken!

29. August 70 n.Christus wird der herodianische Tempel durch Titus zerstört- gerade mal ca. 40 Jahre nach Jesu Ankündigung. Und in der weiteren Geschichte sind Dutzende kriegerische Auseinandersetzungen über Jerusalem hereingebrochen.. bis hin zum heutigen Konflikt zwischen Israel und Palästinensern. (Im Jahr 2002 gab es 50 Mio Flüchtlinge weltweit, davon ½ Kinder; im Jahr 2003 gab es 30 bewaffnete Kriege oder Konflikte)

Die Zahl der Kriege, vom offensichtlichen Aufmarsch im Rampenlicht der Öffentlichkeit bis zu den kleinen Kriegen abseits der Weltöffentlichkeit, ist unüberschaubar geworden.

 

3. Naturkatastrophen

 

Wie wir sie täglich im Fernsehen sehen: Erdbeben, Überschwemmungen in den Philippinen, die Tornados, Taifune, Hurricans mit gewaltigen Folgen für die Küstengebiete... Abholzung, Klimaänderung, Flussbegradigungen führen immer öfter dazu, dass die Großwetterlage aus dem Lot kommt. Oft hat der Mensch durch massive Eingriffe in die Natur das Gleichgewicht durcheinandergebracht.

Und die Folge von Krieg und Katastrophen sind Hunger, Krankheit, Verelendung... Die Älteren unter uns wissen es nur zu genau..

 

Aber das ist erst der Anfang vom beginnenden Ende - wie die ersten Wehenkrämpfe.

Die ersten Wehen zeigen an, dass nun in absehbarer Zeit, immer schneller und intensiver, weitere Wehen kommen, die schließlich zur Geburt führen.

 

4. Was uns besonders weh tun wird, sind die Folgen für die Christen: die zunehmende Bedrückung und Verfolgung der Christen.

Christ-sein passt überhaupt nicht in den Trend der Zeit. Man reibt sich an ihnen, sie werden lächerlich und hinderlich hingestellt, man wird sie hassen, sie als Sündenböcke hinstellen - schließlich werden sie gefoltert und getötet werden.

 

Wir leben hier in Burgaltendorf wie auf einer Insel der Seligen - und unser Grundgefühl ist: so schlimm wird es doch wohl nicht sein.

 

Aber bedenken Sie zB, wie schwer es die Christen in islamischen Staaten haben. In Saudi-Arabien können sie eigentlich nur heimlich überleben.

Im Irak fliehen momentan viele Christen (WAZ-Nachricht: 30.000 Christen in den letzten Monaten aus dem Land). Christen, besonders Christen aus dem Westen sind ausgesuchte Opfer für die Islamisten-Anschläge.

 

 

5. Weil Christen unter Druck geraten, wird eine zunehmende Desorientierung aufkommen.

Christen werden sich verleugnen, andere verraten, - es kommt zu Streit und Auseinandersetzung.

 

Sogenannte Propheten werden unbiblische Worte und Signale weitergeben.

Christen werden verführt, die diese Worte nicht auch vor ihrem Gewissen, dem biblischen Wort und durch den heiligen Geist prüfen wollen. (Endzeitberechnungen wie zB der 28.Okt. 1992 in Seoul/Südkorea: ‚Jesus is coming - are you ready for rapture? - Jesus kommt, bist du bereit für die Entrückung?)

 

Alles diese Zeichen werden uns weh tun.

Es sind Wehen und Anzeichen der kommenden Welt.

Wir haben das wahrzunehmen, sollen uns aber nicht erschrecken.

 

Und die Folge dieser heftigen seelischen Erschütterungen ist, dass das Böse überhand nimmt.

Die Anständigkeit und Zivilcourage nimmt ab und die Korruptheit nimmt zu.

Es wird immer selbstverständlicher, dass die Gebote nicht mehr ernst genommen werden.

Jeder sucht nur seinen Erfolg, seine Ehre - und die Ehrfurcht vor Gott nimmt ab.

Weil das Böse überhand nimmt - also in der Öffentlichkeit dominiert - nimmt die Liebe ab. Es heißt hier: die Liebe wird erlöschen bzw. erkalten. Das Feuer der Liebe wird zum Flämmchen und schließlich wird es ganz verschwinden.

 

Das alles wird ungeheuer weh tun!

 

Schon heute sagen Menschen: ‚Ich kann bei den Nachrichten gar nicht mehr hinschauen. Nur noch Gewalt, Katastrophen, Mißhandlungen.. ‚

Wir sollen wissen: das sind Vorboten der zu Ende gehenden Zeit - und wir sind mitten drin!

 

Das Christsein ist kein Sonntags-Spaziergang, oder ein gepflegter Weg der Routine. Es kann auch zum Leidensweg werden. Wissen Sie zB, wie weh es tut, wenn man als Christ plötzlich einsam da steht - und vielleicht noch ausgelacht wird?

 

Der dritte Punkt:

 

Jesus sagt auch zu seinen Jüngern: es ist kein bleibender Schrecken, kein Schrecken ohne Ende. Nein, es gibt ein Ende! Manchmal kann man Dinge nur aushalten, weil man weiß, das hat ein Ende.

Jesus spricht sogar von Rettung:

V.13: Wer aber bis zum Ende durchhält, der wird gerettet.

Das Ende ist die Erlösung.

 

Es ist wie bei der Geburt - darum auch der Vergleich mit den Wehen.

Geburt und Wehen hat damals jeder mitbekommen.

Das Schreien, die Schmerzen - und schließlich das Glück des neugeborenen Kindes, das alles Vorherige vergessen lässt.

 

Das neue Leben ist die Erlösung in der neuen Welt Gottes.

Darum ist das Aushalten auch zuzumuten: die Hoffnung steht vor Augen!

Man sagt ja bei schwangeren Frauen: ‚Sie ist guter Hoffnung!‘

Wenn Wehen kommen, dann können wir uns daran festhalten, dass wir ‚guter Hoffnung‘ sein dürfen.

Den Leidensweg können wir nur aushalten, weil er am Ende in die neue Welt Gottes einmündet.

Dort ist Erlösung, dort ist Rettung, dort ist Wiederherstellung.

 

Übrigens: die Wehen gehen parallel zur Ausbreitung der guten Nachricht.

Wenn auch die Leiden und Schrecken zunehmen, die Verkündigung des Evangeliums nimmt auch zu - das lässt sich heute an vielen Zahlen belegen.

 

Das Evangelium sollen alle hören. Das ist die globale Bringschuld der Christen.

Die Globalisierung nimmt zu, und auch das Evangelium wird sich global immer mehr ausbreiten, in den unerreichten ethnischen Gruppen - und auch durch die rasante Technik, wie zB das Internet.

 

Letzten Endes bleibt ein großer Trost: das Beste kommt noch, Rettung und Erlösung.

Es ist kein Schrecken ohne Ende, sondern es ist ein Ende mit Erlösung.

 

Darum der Wochenspruch: Erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!

Weil brauchen nicht mehr den Kopf sinken lassen, oder die Augen gebannt auf die Unglücke der Welt richten - wir dürfen mit den Augen schon auf das schauen, was vom Himmel verheißen wird.

Also - Kopf hoch, glaubt dem Advent Gottes.

 

Von John Wesley wird berichtet (als er noch Suchender war), dass es für ihn sehr eindrücklich war, als er auf einer Schiffsreise war - das Schiff geriet in Seenot - große Hektik und Angst, auch er selbst erlebte Angst und Panik - und gleichzeitig war aber eine große Ruhe und freudige Erwartung bei einer kleinen Gruppe von Christen. Während die Matrosen auf Deck fluchten, sang diese Gruppe Loblieder auf Gott, denn sie hatten schon das Ende vor Augen und freuten sich, bald bei ihrem Herrn sein zu dürfen. Dieses Erlebnis ließ Wesley fragen: Was haben diese Leute, was ich noch nicht habe?

 

Lasst euch nicht blenden durch die imposanten Bauten, nicht blenden durch imposante menschliche Kraftakte - es wird alles einmal in dem Sog der Wehen untergehen müssen.

Lasst euch auch nicht durch kommendes Leid erschrecken!

Lasst euch aber anstrahlen durch das Licht der Hoffnung, das hinter dem Leid schon aufscheint. Das wird euch stark machen. Damit könnt ihr durchhalten.

 

 








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