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Predigttext

5 gute Gründe, um regelmäßig in den Gottesdienst zu gehen
12-01-03 10:00
Alter: 8 yrs


VON: TH.ENZNER



Psalm 84


 

Stichworte: 3.Gebot, Gemeinschaft, Feiertag

Text: Psalm 84 Gute Nachricht

 

2 Unsere ganze Liebe gehört deinem Haus, Herr, du großer und mächtiger Gott!

3 Ich möchte jetzt dort sein, in den Vorhöfen des Tempels – die Sehnsucht danach bringt mich fast um! Mit Leib und Seele schreie ich nach dir, dem lebendigen Gott!

4 Sogar die Vögel dürfen bei dir wohnen; die Schwalben bauen ihr Nest bei deinen Altären und ziehen dort ihre Jungen auf, du Herr der ganzen Welt, mein König und mein Gott!

5 Wie glücklich ist jeder, der in deinem Haus Wohnrecht hat und dich dort immerzu preisen kann!

 

6 Wie glücklich sind alle, die bei dir ihre Stärke finden und denen nichts so sehr am Herzen liegt, wie zu deinem Heiligtum zu ziehen!

7 Wenn sie durchs Wüstental wandern, brechen dort Quellen auf, und milder Regen macht alles grün und frisch.

8 Mit jedem Schritt wächst ihre Kraft, bis sie auf dem Zionsberg vor dir erschinen.

 

9 Höre mein Gebet, Gott, du Herr der Welt! Achte auf meine Bitte, du Gott Jakobs!

10 Blicke freundlich auf unseren Beschützer, auf den König, den du eingesetzt hast!

11 Ein Tag im Vorhof deines Tempels ist besser als tausend andere. Ich will lieber an der Tür deines Hauses stehen als bei Menschen wohnen, die dich mißachten.

 

12 Ja, Gott, der Herr, ist die Sonne, die uns Licht und Leben gibt. Er ist der Schild, der uns beschützt. Er schenkt uns seine Liebe und nimmt uns in Ehren auf. Allen, die untadelig leben, gewährt er das höchste Glück.

13 Herr, du großer und mächtiger Gott, wie gut hat es jeder, der sich auf dich verläßt!

 

 

Liebe Gemeinde,

 

neulich erlebte ich auf der Überruhrstraße eine nette Szene:

Ich will grade ins Auto einsteigen, da springt ein Mann auf mich zu, schüttelt die Hand, stellt sich vor, spricht vom Weihnachtsgottesdienst und sagt – etwas mit schlechtem Gewissen – ‚Ich bin eben einer von den Einjährigen!‘ Wir unterhielten uns freundlich und nett – und dann im Auto blieb bei mir der Begriff haften.

Ein ‚Einjähriger‘ – das ist scheinbar schon ein geflügeltes Wort.

Einer, der nur einmal im Jahr in den Gottesdienst geht.

Wollte er sich entschuldigen, rechtfertigen? Vielleicht, bin ich für manche so etwas wie ein wandelndes schlechtes Gewissen. Aber ich freute mich über die Direktheit und Offenheit des Mannes.

 

‚Einjährige‘ – soll man auf sie schimpfen? Sie ermahnen, Druck ausüben? Dankbar sein, dass sie immerhin pro Jahr einmal kommen?

Ich habe einen Karikaturen-Kalender von 2002 entsorgt, das letzte Monatsblatt, der Dezember enthielt dieses Bild: Ein Kind sitzt auf dem Sofa, dem Fernseher gegenüber, die Eltern stehen plötzlich im Türrahmen, ausgehfertig, und fragen den Sohnemann: „Kommst du mit? Wir gehen jetzt in die Kirche? – Das Kind: „Was denn, ist schon wieder Weihnachten?“

 

Nach der Gewohnheit der Leute kann man vielleicht folgenden Typen beschreiben:

Die Nichtkirchengänger, dann die Einjährigen, die Quartalsgänger (Weihnachten, Ostern, Erntedank, Totensonntag), die Gelegenheits-gänger, die Lust-gänger (die gehen, wenn sie Lust dazu haben), und die regelmäßigen Kirchgänger oder Gottesdienstbesucher.

 

In früheren Zeiten, als es der Kirche noch gut ging, war es in Ordnung, wenn nur wenige in den Gottesdienst gingen. Das war eben normal. Und weil es normal war, war es fast schon gut. Zuviel Leute im Gottesdienst deutete entweder auf Weihnachten, auf Taufen oder auf sektiererische Enge hin.

Dass Menschen gerne, freiwillig und regelmäßig in den Gottesdienst kommen, sich dort wohlfühlen – das konnte nur so gedeutet werden, dass die Menschen zwanghaft, oder gesetzlich wären, oder: dass sie es eben ‚nötig hätten‘ oder ganz einfach: dass sie alt sind.

 

In manchen norddeutschen Gegenden mag es noch als grundsolide gelten, viel für die Kirche zu spenden – aber ja nicht einfach so in den Gottesdienst zu gehen. Der gute Protestant gibt sich spendabel, aber bleibt doch zuhause!

 

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Seitdem in den letzten 40 Jahren die Kirchensteuer um 30 - 40% zurückgegangen ist, besinnt man sich vermehrt auf den Gottesdienstbesuch und schaut auf die Gemeinden, wo tatsächlich die Leute gerne und freiwillig und haufenweise in den Gottesdienst kommen. Und man sieht, diese Gemeinden entwickeln Dienste, zeigen Engagement, haben Spenden – woher kommt’s?

Hat es mit Methoden zu tun – mit spaßigen, fröhlichen Zugängen zur Kirche?

Hat es mit dem Fleiß des Pfarrers zu tun, der mit seiner ‚Kirche‘ den Leuten nachläuft, um sie elegant einzufangen?

...

Vielleicht hat es auch damit zu tun. Ich glaube, der Hauptgrund ist doch der:

Die Menschen spüren, dass sich wöchentlicher Gottesdienstbesuch wirklich lohnt. Wir gehen dieser Frage nach: warum lohnt es sich, in den Gottesdienst zu gehen? Gibt es dafür gute Gründe?

 

Es ist uns sicher klar, dass ein momentaner, gelegentlicher Besuch keinen Menschen prägt.

Es bleiben einzelne Eindrücke, es bleiben High-Lights, die wieder verblassen.- aber das Leben wird im Prinzip nicht wesentlich verändert.

Nur Gewohnheiten verändern. Gewohnheiten sind Mächte.

Wissenschaftler sprechen von der Häufigkeit, die nötig ist, um jemanden nachhaltig zu beeinflussen. Er muss eine Botschaft zB 7-mal gesehen, gehört haben, bis er entsprechend reagiert.

Die Botschaft einer Werbung muss deshalb häufig genug gesehen, gehört werden, bis man geneigt ist, den Artikel evtl. wenn nötig zu kaufen.

 

Wenn es um tägliche Lebensgewohnheiten geht, dann – so habe ich es in einem Buch gelesen – sind mindestens 39 Tage nötig, um diese nachhaltig zu ändern, - also ein neues Verhalten trainiert wird. Erst dann geht es in Fleisch und Blut über.

 

Wenn es um wöchentliche Gewohnheiten geht, dann brauchen wir etwa eine Spanne von einem halben oder ganzen Jahr, dass unser Alltagsverhalten dadurch verändert wird.

Ich möchte, dass der Gottesdienstbesuch zu einer guten und fröhlichen Gewohnheit wird.

Ich möchte, dass sie Wiederholungs-täter, Gewohnheits-täter, wöchentlicher Gottesdienstbesucher werden und nicht jeden Sonntag neu und grundlegend entscheiden müssen.

 

Ich möchte, dass wir ähnlich empfinden wie der Beter in Psalm 84:

Unsere ganze Liebe gehört deinem Haus...

Ich möchte dort sein..die Sehnsucht bringt mich fast um!

Mit Leib und Seele schreie ich nach dir, dem lebendigen Gott!

Wie glücklich der, der in dem Haus Wohnrecht hat..

Ein Tag im Vorhof deines Tempels ist besser als tausend andere.

Ich will lieber an der Tür deines Hauses stehen als bei Menschen wohnen, die dich mißachten...

 

Jetzt also fünf gute Gründe:

Ein erster guter Grund: Wir folgen dem Vorbild Jesu.

 

Die Vision unserer Gemeinde ist, dass immer mehr Menschen zu begeisterten Nachfolger Jesu werden. Wir schauen auf Jesus. Er ist der Herr. Seine Frömmigkeit und geistlichen Gewohnheiten sollten wir nachahmen, wenn nicht wichtige Dinge dagegen stehen.

In Lukas 4, 16 heißt es: Und Jesus kam nach Nazareth, wo er auf gewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge...

 

Jesus machte es wie die andern frommen Männer, die am Sabbat, am Samstag, in die Synagoge, den jüdischen Versammlungsraum gingen. Es war seine Gewohnheit, wo es nur ging, samstags in die Synagoge zu gehen, um Gottes Wort zu hören. So ist es noch heute für alle Männer und Jungens ab dem 12. Lebensjahr.

Jesus hatte sich nicht abgesetzt, weil er etwas Besseres wäre, oder weil er einen besonderen Auftrag hatte, oder weil er eine besondere Gottes-Beziehung oder besondere Macht hatte. Er hat keine eigene Gemeinschaft gegründet, sondern blieb nach seiner Gewohnheit in der jüdischen Gemeinde – was sonst. Er hat provozierend gesprochen, er wurde aus manchen Synagogen rausgeschmissen, aber er hat sich nicht selbst von der Gemeinde getrennt.

Wir sollten unserem Vorbild folgen.

 

Der zweite gute Grund: Wir folgen dem Rat der Bibel.

 

Ein wichtiges Jesuswort hat Matthäus aufgeschrieben:

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Matth.18,19-20).

Jesus wollte die Gemeinsamkeit der Gläubigen in unterschiedlichen Formen.

In der Gemeinsamkeit ist besonders Gottes Kraft zu spüren.

Das gemeinsame Beten und Loben und Hören ist wichtig.

 

Außerdem: In der Zeit der Apostelgeschichte wird selbstveständlich von Gemeindegründungen gesprochen. Die Gemeinden, die Synagogen, später die christlichen Hauskirchen waren die Drehscheiben für das geistliche Leben der Menschen.

Ohne regelmäßige Versammlungen war kein christliches Leben möglich.

 

Darum wird im Brief an die Hebräer auch der Rat ausgesprochen (10,25):

Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben...

Es war damals oft so, wenn Menschen wegbleiben, dass sie auch aus der allgemeinen Aufmerksamkeit herausrutschen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“-das ist leider auch heute in Gemeinden der Fall. Daher seien wir aufmerksam, dass nicht einer einfach so aus dem Gottesdienst rausrutscht – und damit auch aus der Aufmerksamkeit, der Solidarität, der Fürbitte von andern.

„Den Herrn Maier hab ich schon einen Monat lang nicht gesehen,-wie geht es ihm?“

Und man entdeckt, - er liegt im Krankenhaus.

Und die Frau Soundso ist längere Zeit nicht mehr hier..und man erfährt: sie ist über bestimmte Personen frustriert und möchte ihnen hier nicht begegnen. Das muss dann aufgearbeitet werden.

 

Noch etwas aus der Bibel, vielmehr ein göttliches Gebot, das sie auch kennen:

Das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen!‘ – so haben es die meisten gelernt.

Wenn man 2.Mose 20, 8-10 nachliest, dann merkt man, was für einen Stellenwert der Feier-und Ruhetag damals haben sollte (Plakat der Katechumenen):

 

Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, weder du noch deine Kinder, weder dein Knecht noch deine Magd, auch nicht deine Tiere oder der Fremde, der bei dir lebt. Denn in sechs Tagen habe ich, der Herr, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.

 

Für uns ist nicht der Sabbat/Samstag, sondern der Sonntag der Feiertag. Er soll Gott besonders geheiligt und hervorgehoben sein. Bei unseren Gebotserklärungen, hier in unserer Liturgie, wird an dieser Stelle gesagt:

 

„Gott selbst will, dass Leib, Seele und geist zur Ruhe kommen.

Ich soll Zeit haben für Gott. Ich soll offen und bereit sein für sein Reden und sein Wort in mir wirken lassen. / Ich will ihm meine beste Zeit geben, damit ich lerne, mit ihm zu leben. Ich will im Arbeiten und Schaffen auch zur Ruhe kommen und mich auf Gottes Wort besinnen. Ich will mich freuen an der Gemeinschaft mit anderen Christen, besonders auch in den Gottesdiensten.“

 

Es soll eine Unterscheidung sein zwischen Sonntag und Alltag, Feiertag und Werktag.

Der Feiertag bekommt seine Besonderheit, dass wir uns mit Ruhe beschenken lassen, in Ruhe zuhören, in Ruhe den Gottesdienst genießen. Eine Auszeit aus dem stressigen Wochentrott.

Sie setzen sich hier hier und lassen sich durch Gott bedienen (Gottes-dienst: Gott dient uns!)

 

Aber da sind wir schon beim dritten guten Grund: Wir ehren gemeinsam unsern Gott.

 

Ehre, wem Ehre gebührt. Sollten wir den Schöpfer und Erhalter unseres Lebens nicht ehren?

Die Konfirmanden habe ich diese Woche nach möglichen Gründen für den Gottesdienst gefragt: Ich war überrascht, wie schnell sie sagten: Gott die Ehre geben..

Gott gebührt die Ehre!

Lateinisch: Soli deo gloria! Allein Gott Ehre! (Lied: Allein Gott in der Höh sei Ehr..)

Oder: Hosanna, hosanna.. vorhin!

Wir können nicht richtig hören, wenn wir nicht vorher erst einmal Gott ehren!

Und es ist eine Ehre, bei ihm sein zu dürfen.

Es ist ein Vorrecht, bei ihm in der ersten Reihe sitzen zu dürfen.

Es ist ein Privileg, von ihm bedient zu werden.

 

Gott, der Chef des Universums – kümmert sich um mich kleines Staubkörnchen innerhalb der Milliarden Sterne unserer Milchstraße, wo es doch noch viele Menschen, Sterne und Millionen Milchstraßen gibt.

Wer die Schönheit und Weite und Größe der Welt verstehen will, der kommt ins Staunen.

Was für ein Gott. Ihm allein Ehre, Respekt, Ruhm und Anbetung.

 

Der vierte gute Grund: Wir werden durch Gemeinschaft inspiriert.

 

Das Wort zum Sonntag ist gut zu hören – aber es fehlt die Gemeinschaft.

Die staunende Anbetung im Wald ist gut – aber es fehlt die Gemeinschaft.

Die Faszination des Sonnenuntergangs am Meer, das Erlebnis der absoluten Stille in der Wüste oder auf dem Gipfel ist grandios, - aber ich kann nicht mit dem Meer oder der Wüste, oder dem Wald oder dem Fernseher die Gemeinschaft haben mit anderen wie im Gottesdienst.

 

Ich kann für mich viele Fußballtechniken erlernen, mit dem Ball immer wieder an das Garagentor ballern, und viel über Fußball lesen und die Bundesliga anschauen, aber selber mit andern zusammen spielen ist noch einmal was ganz anderes.

Gemeinschaft inspiriert einfach, zB beim Gesang, aber auch in Begegnung, beim Gespräch..

Gemeinschaft ist immer für Überraschung gut.

Gemeinschaft ist ein wechselseitiger Vorgang: nicht nur ich nehme etwas mit aus der Gemeinschaft, sondern ich gebe auch anderen etwas durch meine Anwesenheit (auch wenn ich das zunächst gar nicht so weiß)

Haben Sie das schon bedacht: Ich bin wichtig im Gottesdienst, weil andere von mir inspiriert, ermutigt werden.

Gott hat den Menchen aus Gemeinschaftswesen konstruiert, er hungert nach Dingen, die es vor allem in Gemeinschaft gibt: Freude, Begeisterung, Ermutigung, Trost, Begleitung, Verstehen.

 

Ein letzter guter Grund, vielleicht der wichtigste.

Ich habe ihn auf dem Blatt bewußt nicht ausformuliert.

Ich gehe in den Gottesdienst, weil es sein könnte, dass Gott mich persönlich anredet.

 

Gott freut sich drauf, wenn wir ihn erwarten – und nicht nur andere beobachten.

Gott freut sich drauf, wenn wir mit Fragen kommen und nach Antworten hungern – und nicht uns zurücklehnen, und mal schauen, was die da vorne so singen und machen und predigen.

 

Sicherlich: Gott ist frei, zu jeder Zeit an jedem Ort jeden anzusprechen – wie zB den Saulus, den er mitten in seinen bösen Absichten getroffen hatte..

Aber besonders gern will er uns im Gottesdienst anreden:

Denn da ist mehr Ruhe, da ist versammelte Gemeinschaft, da ist Geist und Seele besonders ausgerichtet – ähnlich wie unsere Satelittenschüsseln ausgerichtet sind.

 

Viele hier könnten jetzt bezeugen, dass es sich lohnt, in den Gottesdienst zu gehen, auch wenn wir uns morgens manchmal ganz schön überwinden müssen.

Eine Frau erzählte, dass sie letzten Sonntag überhaupt nicht vor hatte zu kommen, dann hörte sie ihren Namen und sie empfand das als Signal von Gott, doch in den Gottesdienst zu gehen – und hinterher war sie sehr dankbar, weil sie neue Kraft bekam.

 

Frage: wer hat es erlebt, dass er in einem Gottesdienst persönlich von Gott angesprochen wurde?

Vielleicht können sie anschließend darüber reden!?

 

Auf dem Kongreß ‚Geistlich leiten‘ in Oberhausen sprach Bill Hybels davon, wie unsere Leidenschaft, Freude, Begeisterung für Gott heiß werden kann.

Er sprach von einem physikalischen Bild: vom Erlenmeyer-Kolben, der dafür verwendet wird, etwas zu erhitzen.

Wie wird unsere Leidenschaft für Gott erhitzt, sodass sich lauwarmer Glaube erhitzt, schließlich kocht, verdampft und dadurch eine Menge Energie freisetzt?

 

Indem genügend erhitzt wird – und zwar nicht gelegentlich, sondern fortschreitend!

(Nie wird man durch einen einzigen Gottesdienst zum Siedepunkt erhitzt)

Eine Flamme ist zB das persönliche Gebet, das zur Gewohnheit wird.

Eine andere Flamme ist das wiederholte, regelmäßige Bibellesen.

Eine andere zB der Gottesdienst, der zur Gewohnheit wird.

Eine weitere Flamme die kleine Gruppe, Zelle, Hauskreis u.a. in der ich zuhause bin.

Eine weitere Flamme ist das Dienen an einem bestimmten Platz, bei einem Menschen, in bestimmten Aufgaben.

 

Gott wird uns diese gute Gewohnheit lohnen: der Glaube wird feuriger, die Freude intensiver, die Belastbarkeit stärker – Der Glaube ist heiß, setzt Energie frei, wird in der Liebe tätig. Soweit der Vergleich mit dem Erlenmeyer-Kolben.

 

Wenn wir leidenschaftlicher, fröhlicher, stärker Gott vertrauen wollen, dann geht es nur, wenn wir gute geistliche Gewohnheiten einüben, dazu gehört der wöchentliche Gottesdienstbesuch. Weder saure Pflicht noch der Impuls einer momentanen Lust oder Bedürftigkeit sollte allein entscheidend für den Gottesdienst sein, sondern die Einsicht in eine gute Gewohnheit, die je länger - umso mehr- mein Leben bereichert.

 

Ich wünsche uns, dass wir uns auf den Gottesdienst freuen, weil es Jesus tat, weil es die Bibel empfiehlt, weil wir Gott ehren wollen, weil uns die Gemeinschaft gegenseitig inspiriert, - aber vor allem: weil uns Gott persönlich anreden möchte. In einem Lied von Manfred Siebald heißt es:

In deinem Haus bin ich gern, Vater, wo du mein Denken füllst; da kann ich dich hören, Vater, sehn, was du willst. In einem Haus will ich bleiben, Vater, du weist mich nicht hinaus, und nichts soll mich vertreiben, Vater, aus deinem Haus...

 

 








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